"Nicht jedes Madl is fesch"
Hubert Goisern findet Österreich "lässig", sieht aber den Heimattrend in der Musikszene kritisch: "Alles wird in satten Farben gesehen, jedes Blümerl wird angebetet, jede Alm ist saftig. Das ist ein Hype, mit dem ich eher nichts zu tun haben will".

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R ennen tuats guat! Die volkstümliche Musik bzw. der Volksmusik-Schlager liegen voll im Trend. Was sagt der kritische Alpenrocker dazu?
HUBERT GOISERN: Er sagt, dass er da nix Auffälliges sieht. Nix, was es nicht vorher auch schon gegeben hätte. Jetzt gibt es halt wieder eine Wellenbewegung in diese Richtung.
Aber überall, nicht nur in der Musikszene, wird die neue Landlust propagiert, alle laufen in Tracht durch die Gegend - und der Euro rollt.
GOISERN: Ich hab so meine Bedenken bei dieser Sehnsucht nach der heilen Welt. Vor allem deshalb, weil da nichts Kritisches vorkommt. Alles wird in satten Farben gesehen, jedes Blümerl wird angebetet, jede Alm ist saftig. Das ist ein Hype, mit dem ich eher nichts zu tun haben will.
Aber das Bedürfnis nach Bodenhaftung, nach Erdung besteht offenbar quer durch alle Schichten.
GOISERN: Vielleicht auch deshalb, weil wir als Mitglied der Europäischen Union Teil eines großen Ganzen sind. Da gibt es das Bedürfnis nach einer Orientierung im kleineren Rahmen. Da ist Heimat etwas Identitätsstiftendes. Und es stimmt ja auch: Wir in Österreich leben in einem unheimlich lässigen Land.
Aber...
GOISERN: Aber ein normaler Umgang mit Heimat wäre wichtig. Die, die am Land leben, gehen eh gelassen damit um. Mit den Heimatverklärern habe ich so meine Probleme. Man sollte nicht ausblenden, was nicht in Ordnung ist. Es sind halt nicht alle Madln fesch und nicht alle Buam nett.
Wie erklären Sie sich den Boom im Bereich des volkstümlichen Schlagers?
GOISERN: Wer gute Songs hat und ein halbwegs anständiger Kerl ist, kann im Grunde nichts falsch machen im Moment.















