Glatt und spiegelverkehrt
Geschliffene Ideen aus Glas, raffinierte Spiegelungen und Mosaike: Der Villacher Glaskünstler Franz Heili zeigt her, was er draufhat.

Foto © ZoreZeigt ab Freitag seine Ideen aus Glas: Franz Heili
Das ist ein Verbrechen," sagte ein Villacher Kunstprofessor und meinte damit die Gepflogenheit von Franz Heili, Mosaike aufzuhängen: "Das tut man nicht."
"Das ist ein Verbrechen," sagt Franz Heili und meint damit das Asylheim auf der Saualm. Im Gespräch kristallisiert sich schnell heraus: Das soziale Gewissen des Villacher Glaskünstlers ist mindestens so groß wie seine handwerkliche Fähigkeit und sein philosophischer Hintergrund.
Schon in den 1960er Jahren war Franz Heili der landesübliche Umgang mit Glas zu wenig. In Deutschland, Süd- und Südwestafrika sammelte er Erfahrungen mit dem Werkstoff. "Glas als Kunstwerk, also ohne Zweck, hat es schwer", erklärt er. Glas sei schließlich immer mit Nutzen behaftet: Ein Becher kann schön sein, ist aber zum Trinken da. Ein Fenster soll den Innenraum warmhalten und ist auch zum Durchschauen da.
Kein Wunder, dass einer, der sieben bis zehn Kilo schwere Spiegelmosaike aufhängt, schief angeschaut wird. "Es geht um Ideen aus Glas und da muss man ein bissl verrückt sein und was ausprobieren," ist Heili überzeugt. Seit Jahren probiert der 66-Jährige aus, zerstört bewusst Glasflächen, macht sich sein artifizielles "Scherbengericht". Ein bis zwei Monate Arbeit, rund 200 Stunden, stecken in jedem seiner Objekte, deren Raffinesse staunen lässt.
Sich selbst nimmt Franz Heili nicht wichtig. Seine Arbeiten soll man anschauen: Etwa den 14-Meter-Turm mit Spiegelwindrad für das Hotel Hochschober auf der Turrach; die gerade bei der Saueregger Kreuzung in Rosegg aufgestellte "3Landskulptur"; und jetzt die Ausstellung von Spiegelmosaiken und Spiegeln im Biedermeierschlössl Lerchenhof in Hermagor. Das tut er sich an, weil Freunde ihn dazu gedrängt haben endlich "herzuzeigen, was seinem Erfindergeist" entspringt. Noch mehr Ideen aus Glas gibt es im GlasKunstStudio, das Heili im Internet mit drei jungen Mitarbeitern hochprofessional aufgezogen hat.
Den Respekt und die Toleranz, die Franz Heili Musikern wie Karen Asatrian in ihren ersten Kärntner Monaten schenkte, zahlen die ihm jetzt heim: mit einem Konzert bei der Vernissage.
Glaskunst von Franz Heili. Lerchenhof, Hermagor. Vernissage: Freitag, 19 Uhr.
www.glaskunststudio.com















