Revolutionäre Romantikerin
Tina Modotti schrieb Foto- und Zeitgeschichte.

Foto © PrivatMexiko in Modottis Bilddokumenten und symbolstarken Inszenierungen
GRAZ. Geboren 1896 in Udine, mit sechzehn Emigration in die USA, Filmschauspielerin in Hollywood, Fotografin, ab 1922 in Mexiko. Freundin von Frida Kahlo und Diego Rivera, als revolutionäre Kommunistin 1930 ausgewiesen. In Moskau wirft sie, der Legende nach, ihre Kamera weg, kehrt unter falschem Namen nach Mexiko zurück. Hier stirbt sie 1942 an einer Herzattacke. Rivera, der Modotti mehrmals in Bildern verewigt, spricht von Mord. Geklärt ist bis heute nicht, ob Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondoni (so ihr ganzer Name) nicht doch ein Opfer Stalins wurde oder Selbstmord beging.
Modottis Vermächtnis sind ihre Fotografien. Schwarzweißaufnahmen, für die der große mexikanische Lichtbildner Manuel Álvarez Bravo (1902 - 2002) einst die Kategorien "Romantisch" und "Revolutionär" fand. Das Spektrum der Fotografie Modotti ist noch breiter, wie diese Auswahl (mit Schwerpunkt Kahlo und Rivera) zeigt. Porträts, Akte, Stillleben finden sich neben einfühlsamen Bilddokumenten des alltäglichen Lebens und Inszenierungen politischer Aktivitäten. Von immer noch beeindruckender Kraft. WALTER TITZ
Tina Modotti. Orpheum Graz, Eröffnung heute, 19 Uhr.














