"Walzertraum" mit frivolen Drehungen
WIEN. "Eine Wiener Damenkapelle, die noch nie in Wien gespielt hat? Wie kommt das?" - "Für die Wiener samma z'schlecht, aber für die Deutschen reicht's!". Eine etwas neue Textgestalt erhält Oscar Straus' erfolgreichste Operette "Ein Walzertraum" in der Neuinszenierung an der Volksoper, der sich Hausherr Robert Meyer persönlich angenommen hat. Herausgekommen sind Klamauk und Wortspiel auf hohem Niveau und ein flottes Spiel mit einer Prise Sentimentalität in der prächtigen Jugendstilausstattung von Christof Cremer.
Meyer gibt der Geschichte um den Wiener Leutnant Niki, der in die deutsche Fürstendynastie Flausenthurn einheiratet, aber schon in der Hochzeitsnacht die Lust am Ehestand verliert, keine Neudeutung, aber ein paar frivole Drehungen. Etwa wenn Niki (Thomas Paul mit nicht ganz stimmstarkem Tenor, auf dem Foto mit Caroline Melzer als Prinzessin Helene) seinem Schwiegervater (Andreas Daum) homosexuelle Neigungen andeutet. Aus dem guten Ensemble, gekonnt begleitet vom Volksopernorchester unter Guido Mancusi, ragt Burgschauspieler Markus Meyer als Graf Lothar bei seinem Erstausflug ins Musikgenre hervor. HARALD STEINER
Ein Walzertraum von Oscar Straus: 14., 23. 9.; 3., 17., 29. 10., 19 Uhr, Volksoper Wien. Karten: Tel. (01) 513 1 513, www.volksoper.at















