Brucknerfest in Linz eröffnet
Das Linzer Brucknerfest 2012 ist am Sonntagvormittag eröffnet worden. Festredner Armin Thurnher, Mitbegründer und Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung "Falter", übte dabei in seiner Eröffnungsrede scharfe Kritik an der herrschenden Verquickung zwischen Politik und Boulevard. Bundespräsident Fischer betonte die Bedeutung der politischen Kultur.
Das Eröffnungskonzert des bis 5. Oktober dauernden Festivals wird am Abend als klassische Klangwolke in den Donaupark übertragen.
Fischer streute Thurnher Rosen: Er wisse über die Macht der Medien sehr genau Bescheid, aber auch über die zerstörerische Rolle, die ein verantwortungsloser Journalist spielen könne. Bildungsministerin Schmied brach in ihrer Ansprache eine Lanze für ein "ideelles Weltbürgertum, das weniger das eigene als das Interesse aller im Auge hat". Der kosmopolitische Gedanke reduziere die Weltgemeinschaft nicht auf den Welt-"Markt". "Es geht also nicht um den Profit des Einzelnen, sondern um den Wert für alle - auch um den Wert unseres kulturhistorischen Erbes, und um die Innovationskraft als Wert der internationalen zeitgenössischen Kunst", betonte die Ministerin.
Thurnher zeichnete in seiner Festansprache ein desolates Bild der österreichischen Medienlandschaft. Er warnte vor einer weiteren Liberalisierung. Diese würde zu Zuständen wie in den USA führen: Dort seien von 80 großen Verlegerfamilien seit Anfang der 1990er Jahre nur mehr vier übrig geblieben. "Börsenotierte Medienunternehmer wollen nichts Weltanschauliches, sie wollen nur Profit." Die Krise der Qualitätszeitungen würde mit jener der Demokratie korrespondieren.
Die musikalische Eröffnung folgt am Sonntagabend. Das Bruckner Orchester Linz spielt unter Dirigenten Dennis Russell Davies Gustav Mahlers Symphonie Nr. 3 in d-Moll. Das Konzert wird in Bild und Ton in den Donaupark übertragen und lockt alljährlich als klassische Klangwolke mehrere Tausend Besucher an.














