Für "Scurdia" gilt die Unschuldsvermutung
GRAZ. Sie rauben (den Atem). Stehlen (sich in Ohr und Herz). Stiften Aufruhr (im Publikum). Es gilt die Unschuldsvermutung. Wobei: So ganz unschuldig ist die illustre Bande "Scurdia" freilich nicht, vor allem die Bandenführer Markus Schirmer (Klavier) und Risgar Koshnaw (Oud/Laute) haben es nämlich nicht nur künstlerisch faustdick hinter den Ohren.
Davon konnte man sich nach dem obersteirischen St. Gallen zum nunmehr vierten Mal auch im Grazer Opernhaus überzeugen, wohin die musikalische Eingreiftruppe ihre "Klassiker" wie den köstlichen "Kurdish Cowboy" im Vollgalopp ebenso mitbrachte wie neues Material - inspiriert auch von einer mit Dias von Christian Jungwirth dokumentierten Filmexpedition des Ensembles in die kurdisch-irakische Heimat des Wahlgrazers Koshnaw.
Für diese wunderbare Multikulti-Melange muss man glatt zum Sprachbastelbuch greifen: Lateinafrokanisches Feuerwerk und mazedonische Siebenachterbahn begeisterten ebenso wie Mozartango oder Copacapaganini. Und wäre aus Schirmers famosem Tentett unfairerweise einer hervorzuheben, dann Gitarrist Mario Berger (Foto) mit seinen Hummeln in den Fingern und dem Swing in den Venen. Stehende Ovationen, dabei wären die meisten wohl am liebsten vor "Scurdia" gelegen. MICHAEL TSCHIDA BIG SHOT/JUNGWIRTH















