Glänzendes Debüt mit Eleganz und Elan
GRAZ. Solch Hörvergnügen bereiten die Grazer Philharmoniker nicht alle Tage. Aber ihr heuriger Beitrag zum Zyklus der Eggenberger Schlosskonzerte geriet besonders. Der Debütant Domingo Hindoyan eroberte Ohren, Augen und Herzen seines Publikums vom ersten nur angedeuteten Wischer mit der Linken an. Wolfgang Amadeus Mozarts 6. Symphonie (KV 43) mit der kleinen F-Dur-Fanfare ließ zwar an das Vorbild von Johann Christian Bach denken, aber schnell vergaß man den Eindruck des "Jugendwerks" nach fremdem Vorbild. Die Chromatik und die kleinen Abstürze in d-Moll wiesen den 11-jährigen Mozart schnell als empfindungstiefen Meister aus, dessen sublime Andante-Regie über die synkopierte Menuett-Dramaturgie hin ins motorisch gefinkelte Finale in Hindoyans beherzter Darstellung Bravour demonstrierte.
Nicht weniger packend der im Grazer Orchester glänzende italienische Stammfagottist Antonio Piccolotto (Foto) im figurationsfertigen atemtechnischen Dauerlauf im Fagottkonzert (KV 191) des 18-jährigen Mozart
Zu guter Letzt dann die 5. Symphonie in B-Dur des 19-jährigen Franz Schubert in makelloser Interpretation mit sordinierten Violinen, herrlichen Fagottkantilenen und rhythmisch akkuratem tänzerischem Finale. Elegant dirigiert und musiziert. HANSJÖRG SPIES
Im Radio: 9. September, Radio Steiermark, 20.04 Uhr (Kultur Spezial-Konzert); 24. September, Ö 1, 10.05 Uhr.















