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Zuletzt aktualisiert: 04.09.2012 um 14:25 UhrKommentare

Katholischer Verband will weiter gegen Seidl vorgehen

Jene ultrakonservative katholische Organisation, die ihn angezeigt hat, will bei einem möglichen Prozess gegen Ulrich Seidl als Kläger dabei sein: "Seidl hat zwei Milliarden Christen auf der Welt beleidigt."

Regisseur Ulrich Seidl un Regisseur Ulrich Seidl in Venedig

Foto © ReutersRegisseur Ulrich Seidl un Regisseur Ulrich Seidl in Venedig

Die ultrakonservative katholische Organisation "NO 194", die bei der Staatsanwaltschaft in Venedig eine Klage gegen den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl wegen Blasphemie in seinem neuen Film "Paradies: Glaube" eingereicht hat, will als Zivilkläger an einem möglichen Prozess gegen den Filmemacher teilnehmen. "Wir wollen Schadenersatz von Seidl und den anderen Angeklagten verlangen", kündigte Rechtsanwalt Pietro Guerini, Präsident der katholischen Organisation, im Gespräch mit der APA an. "Seidl hat zwei Milliarden Christen auf der Welt beleidigt, für die das Kreuz ein Symbol ihrer Religion ist."

Den Schadenersatz will der Rechtsanwalt für Benefizzwecke spenden, oder zur Finanzierung seiner Organisation nutzen, die sich in Italien für die Abschaffung des Gesetzes starkmacht, das seit den 1970er Jahren einen legalen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht. Laut Guerini werde das Gericht in Venedig in etwa drei Monaten entscheiden, ob es zum Prozess gegen Seidl, die Schauspielerin Maria Hofstätter, die Filmproduzenten, sowie die Leiter des Filmfestivals von Venedig kommt.

"Ich hoffe, dass der Richter nicht politisch handelt, sondern das geltende Gesetz anwendet, das die Beleidigung einer Religion durch die Verleumdung ihrer Gläubigen bestraft", meinte Guerini. Für dieses Vergehen ist laut dem italienischen Strafgesetzbuch eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro vorgesehen.

"Uns geht es aber nicht so sehr um die Strafe, sondern um die Verurteilung. Man muss religiöse Symbole respektieren. Das gilt natürlich auch für moslemische, oder jüdische Symbole. Ich bin der Meinung, dass zwei Milliarden Christen nicht mit Obszönitäten beleidigt werden dürfen", so Guerini.

Quelle: APA

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