Verdis Frühwerk "Giovanna d'Arco" in Graz zu hören
Mit der Oper "Giovanna d'Arco" stellt der Grazer Musikverein eine besondere Rarität an den Beginn der Saison. Giuseppe Verdis Fassung der Jeanne d'Arc-Geschichte war noch nie in Graz zu hören. In einer halbszenischen Aufführung wird das Werk nun zweimal unter der Stabführung von Carlo Montanaro mit dem Radio Symphonieorchester Wien erklingen.
Intendant Michael Nemeth entschied sich für diese Oper, weil "sie aus meiner Sicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist". "Giovanna d'Arco" wurde 1845 als siebente Oper Verdis in Mailand uraufgeführt. Es war das erste Mal, dass ein Drama von Friedrich Schiller die Grundlage für eine seiner Opern bildete, auch wenn hier die Veränderungen vom Dramen- zum Operntext noch weit gravierender ausfielen als beispielsweise beim späteren "Don Carlos".
Verdis Textdichter Temistocle Solera hat nicht nur die Anzahl der handelnden Personen von 26 auf ganze fünf reduziert, sondern auch eine Liebesgeschichte zwischen der Jungfrau von Orleans und dem König eingefügt. Von Schiller übernommen hat er dagegen den Schluss, bei dem Johanna auf dem Schlachtfeld und nicht - wie historisch korrekt - auf dem Scheiterhaufen stirbt.
Das Werk war zunächst nicht zuletzt aufgrund der Chöre recht erfolgreich, wurde aber besonders im 20. Jahrhundert nur noch selten nachgespielt und findet sich auch jetzt kaum in den Opernhäusern.
"Verdis 'Giovanna d'Arco' ist ein Beitrag des Musikvereins zum angehenden Verdi-Jahr 2013", so Nemeth gegenüber der APA. "Das lyrische Drama thematisiert das Leben der französischen Nationalheldin auf dramaturgisch-musikalisch neuartige Weise." "Giovanna d'Arco" wird am 22. September (Wiederholung am 24.9.) nicht nur erstmals in Graz erklingen, es wird auch die erste konzertante Oper des Musikvereins im Stephaniensaal sein. Durch Projektionen und Lichteffekte soll eine halbszenische Aufführung entstehen. Es singen Maria Agresta (Giovanna), Attila Fekete (Carlo VII) und Gabriele Viviani (Vater).















