Akustische "Teardrops" im Linzer Mariendom
Mit einer für den Raum außergewöhnlichen, aber sehr gut harmonierenden Klangwelt hat der Wiener Musiker und Komponist Rupert Huber den Linzer Mariendom in seinem Projekt "teardrops" bespielt. Bereits am Samstagnachmittag kamen etliche Menschen, um der Musikinstallation zu lauschen, deren Höhepunkt und Ende ein Konzert von Klavier und Orgel von 23.00 Uhr bis Mitternacht sein wird.
Huber inszeniert Klavier und daran angeschlossene Effektgeräte, Orgel und die Akustik des Doms zu einer Installation. Sie wird über sieben Lautsprecher plus zwei Basslautsprecher im ganzen Raum übertragen. Unaufgeregt und behutsam, dennoch eindringlich und beständig breitet sich das Hörerlebnis zwischen Klang und Musik aus. Der 44-Jährige bezeichnete es als akustische Tränen, die in den Raum tropfen, nach dem Titel "Teardrops".
Darauf sei er gekommen, weil viele Menschen bewegt von Freude oder Trauer eine Kirche aufsuchen, diese Gefühle dürfe man aber in unserer Gesellschaft nicht so offen zeigen. Oft ist es ein einziger Ton und dessen Nachhall, manchmal ist eine kleine Melodie zu erkennen, ganz selten wird es ein wenig lauter. Nicht gänzlich vertraut, aber auch nicht völlig fremd sind die Laute. Es sind bittersüße Tränen, auch Melancholie liegt in der Luft, Schwermut und Trost, immer eingebettet in die Harmonie von Klang und Raum.
Das Konzert mit Klavier und Orgel ist zweifelsohne der Höhepunkt des Abends. Orgelmusik kennt man in einer Kirche. Klavier nicht. Es sei als einziges Instrument nicht für religiöse Musik gebaut worden, deshalb habe es ihn total gereizt, eines in den Dom zu stellen, sagte Huber.
Die Klaviertöne werden in Echtzeit verfremdet und gesteuert vom Anschlag durch den Kirchenraum geschickt. Bewegt man sich dort, nimmt man das Spiel mit der Distanz besser wahr und dem Hörerlebnis fügt sich noch eine Ebene dazu.














