"Es war mehr als ein Konzert"
Wolfgang Ambros wollte sich bei seinem 40-jährigen Bühnenjubiläum auch selbst belohnen - und reiste ohne Verbiegungen zwischen den Dekaden hin und her. Am Donnerstag verzauberte er am Schloßberg in Graz.

Foto © ONL/KanizajWurde von rund 900 Fans gefeiert: Wolfgang Ambros (60) in den Schloßberg-Kasematten
Es war mehr als ein Konzert: Das Gastspiel von Wolfgang Ambros und seiner "No. 1 vom Wienerwald" auf dem Schloßberg zum 40-jährigen Jubiläum war wie ein Treffen alter Bekannter, die gemeinsam noch einmal ein Stück österreichischer Popgeschichte feiern, miteinander - also Band und Fans - unter einem Sommerhimmel schwelgen und zwischen den Dekaden springen.
"I war nie bei den Guten, i war ned amal mittel, i war immer bei die G'fraster", sang der Wolferl zum Auftakt in "Erste große Liebe". Aber um sein Publikum - die Kasematten waren mit rund 900 Besuchern gut gefüllt - brauchte er nicht zu kämpfen, er kann eine Mimik und eine Körperhaltung beibehalten. Die Fans gingen mit, sobald er die Bühne betrat. Ein paar "Greatest Hits" (z. B. "Zentralfriedhof") mag es freilich vermisst haben. Der 60-Jährige stellte aber gleich klar: "Es ist ja unser Jubiläum - und dafür gehören wir belohnt. Fürs Erste spielen wir also Lieder, die uns am besten gefallen!" So fanden sich in seinem "Best of"-Programm auch Nummern, die weniger populär sind. Wie die B-Seite seiner zweiten Single aus 1972: "Wo is da Peppi?" Die hätte er auch nicht mehr auspacken müssen.
Bei seinem großen Repertoire war der mit launigen Zwischenansagen gespickte Abend - man muss sie fast Erzählungen nennen -, aber dann doch voller Hits. Von "Heit drah i mi ham" über "Polizist" und "Schaffnerlos" bis zu "Baba und foi ned" und "Zwickt's mi". Und bei "Schifoan", egal zu welcher Jahreszeit, braucht er selbst kaum mehr zum Mikro greifen.















