Das Unheimliche im Heimeligen
Geburtstage können zur (medialen) Plage werden. Manchmal haben sie ihr Gutes. Wie im Fall von S. Corinna Bille. Die französisch schreibende Autorin aus dem Wallis wäre am 29. August 100 geworden. Was mehrere Verlage veranlasst hat, ihr Werk (zurück) ins Gedächtnis zu rufen.
"Dunkle Wälder" ist ein Text aus dem Nachlass. Bille (gestorben 1979) entwickelt aus der lakonischen Zeitungsnotiz über die Auffindung einer Toten in ihrem Chalet eine Geschichte, gleichermaßen schlicht wie magisch. Bianca, so der Name der Frau, verbringt den Sommer mit Haustieren in den Bergen, der Wanderknecht Guérin bringt, was er im Wald findet.
Die Stimmung der 1968 erschienenen Erzählungen "Schwarze Erdbeeren" (in der Neuausgabe mit einem Nachwort von Monique Schwitter) klingt im Text an. Die letzten Seiten stammen vom Dichter Maurice Chappaz, mit dem Bille ab 1943 verheiratet war. In großartigen Naturschilderungen sind Heimeliges und Unheimliches, Leben und Tod untrennbar verknüpft. WALTER TITZ















