Blutkörperchen und roter Teppich
Die Prominenz schoppt sich beim Filmfestival.
In der venezianischen Sonne leuchten die vielen, rundlichen Platten an der weißen Fassade des Sala Grande in saftigem Rot. Sie erinnern fast an frische Blutkörperchen, die in den renovierten Premierensaal der Filmfestspiele gepumpt werden. Anzeichen einer Revitalisierung für die alte Dame unter den Festivals, wie sie sich zumindest der neue Direktor Alberto Barbera vorgenommen hat, der bereits zwischen 1998 und 2002 die Mostra leitete?
Mit dem eher lauwarm beklatschten Film "The Reluctant Fundamentalist" der Inderin Mira Nair startete Mittwochabend die 69. Ausgabe. Zur Premiere der Romanadaption um einen pakistanischen Börsenanalysten, der in den USA nach 9/11 ausgegrenzt wird, und in dem es laut Regisseurin Nair "um den Dialog zwischen Amerika und der islamischen Welt" geht, kamen auch Kate Hudson sowie Liev Schreiber und seine Frau Naomi Watts auf den Lido.
Gestern war der rote Teppich natürlich wieder hübsch mit Prominenten bevölkert, die ihren Filmen den nötigen Aufputz gaben: mit der Kanadierin Sarah Polley etwa, mit einer starken französischen Abordnung mit Laetitia Casta, Cecil de France und Kad Merad. Oder mit Ray Liotta und Michael Shannon, die zusammen mit Winona Ryder den Mafiathriller "The Iceman" von Ariel Vromen promoteten. Die 40-jährige Amerikanerin will übrigens "nicht mehr so viel schauspielern. Ein Film muss schon sehr gut sein, damit ich bereit bin, mein Leben dafür für einige Zeit zu verlassen." SASCHA RETTIG, VENEDIG















