Wunden und Wunder
Martin Suters neuer Roman "Die Zeit, die Zeit".

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ZÜRICH. Peter Taler beobachtet seinen Nachbarn. Der alte Knupp, der vor 20 Jahren seine Frau verloren hat, ist davon überzeugt, dass man nicht wie Orpheus ins Totenreich hinabsteigen muss, um einen geliebten Menschen wiederzufinden.
Vom möglichen Unmöglichen und der Rückkehr in die Vergangenheit handelt Martin Suters "Die Zeit, die Zeit". Der Schweizer Autor, der mit Büchern wie "Der Teufel von Mailand" regelmäßig auf den Bestsellerlisten oder mit "Lila, lila" sogar im Kino landete, bestreitet aber, dass sein neuer Roman mir seinem eigenen schweren Schicksalsschlag zu tun hat.
Vor ziemlich genau drei Jahren erstickte sein damals dreijähriger Adoptivsohn Antonio im Urlaub an einem Stück Wurst, das ihm in die Luftröhre gerutscht war. "Das Buch ist um Himmels willen keine Form von Aufarbeitung", erklärt Suter nun im Interview mit dem "Focus". "das Thema dieses Buches hatte ich schon viel länger auf meiner Liste. Aber schon möglich, dass es mit dem Unglück zu tun hat, dass ich es jetzt geschrieben habe."
Er könne nicht anders, als das tragische Ereignis immer wieder für kurze Zeit zu verdrängen, sagt Suter, der mit seiner zweiten Frau, der Modedesignerin Margrith Nay Suter, und seiner Adoptivtochter abwechselnd auf Ibiza und in Guatemala lebt. "Aber es wird nicht besser. Dass die Zeit alle Wunden heilt, daran glaube ich nicht".
Martin Suter. Die Zeit, die Zeit. Diogenes, 304 Seiten, 21,90 Euro.















