Haydns "Schöpfung" in suggestiver Deutung
ST. GALLEN. E ine Woche nach Beginn des ober-steirischen Kulturfestivals geriet Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" in der übervollen Pfarrkirche zu einem exemplarischen Musikereignis - auch für das in seiner Vielfalt an sich ja bestens bestückte Programm keinesfalls eine Alltäglichkeit.
Exemplarisch harmonierte im Oratorium aus 1798 das Vokalterzett Elena Copons (Sopran) Jan Petryka (Tenor) und Günter Haumer (Bass), wie immer fulminant sang der Arnold Schoenberg Chor, vorzüglich spielten die von überall hergeholten jungen Orchestermusiker. Und da war vor allem Erwin Ortner (Foto), mit seiner Gestaltungskraft über jeden Zweifel erhaben. Der Wiener Chorerzieher und weit gerühmte Dirigent erwies sich mit unglaublich suggestiv-plastischer Gestik und poesievoller Liebe zum (Piano-)Detail als wahres Temperamentbündel und bot vor einer atemlosen Zuhörerschaft eine so kurzweilige Haydn-Exegese, dass diese keinen wie immer gearteten Vergleich zu scheuen hatte. WALTHER NEUMANN BINDER















