Ein Blitzschlag und (zu) viele Zufälle
Gleich zu Beginn fährt der Blitz in eine Trauergemeinde im Sausal. Dann wird die südsteirische Sippschaft der Ich-Erzählerin Sissi Fux verbal zerzaust, als ziemlich bösartige Ansammlung von Vertreterinnen und Vertretern der Spezies Mensch karikiert. Neid, Missgunst, Intrige, Fremdenhass, Bigotterie - da wird nichts ausgelassen. Nur Regina und Stefan, Ehepaar und Sissis beste Freunde, sind offenbar anders bzw, waren es. Denn Regina ist tot.
Lilian Faschingers neues Buch ist zweifelsfrei äußerst amüsant. Ein Mix aus, wie gesagt, Sozialsatire und Krimi (Reginas Leiche wurde nie gefunden). Da finden sich köstliche Seitenhiebe und feiner schwarzer Humor. Und es wimmelt in der Benamsung diverser Figuren von mythologischen Anspielungen. Die freilich (wie vieles im Roman) an der Oberfläche bleiben (auch Sissi Fux ist kein weiblicher Sisyphus).
Was das Lesevergnügen trübt, sind allzu unwahrscheinlich konstruierte Wendungen und Zufälle. Die sind bekanntlich nur in der wirklichen Wirklichkeit zugelassen. WALTER TITZ















