Der Mann, der kein echtes Monster ist
Sonderbare deutsche Torheiten brachten das Gütesiegel "Schwedenkrimi" erheblich in Verruf, im vorliegenden Fall kann aber, noch dazu mit Hochgenuss, ein Echtheitszertifikat ausgestellt werden. Das schwedische Autorenduo Horth & Rosenfeldt bereichert das Krimi-Genre erheblich. Ihr Erzählstil hat hohe sprachliche Qualität, die Geschichten sind raffiniert aufgebaut und das Duo versteht es, der bestehenden Hochspannung da und dort noch zusätzliche Knisterfaktoren zu geben.
Vor allem aber schufen sie mit dem Protagonisten Sebastian Bergman einen Anti-Helden in Reinkultur. Der Polizeipsychologie gilt zwar als beste Profiler im Lande, spezialisiert auf Serienmorde, aber er unternimmt alles, um unsympathisch zu erscheinen. Mürrisch, verkrustet, sexbesessen, zuweilen fast monströs, dennoch geht, durch psychologischen Feinschliff der Autoren, große Faszination von ihm aus. Wichtiger Tipp: Wer Band eins "Der Mann, der kein Mörder war", nicht kennt - unbedingt zuerst lesen, weil die Storys sehr verzahnt sind. WERNER KRAUSE














