Dokumentation: Wie Griechen wirklich ticken
Harald Krassnitzer war es ein Anliegen, eine Dokumentation finanziell zu unterstützen, die sich den Griechen an der Basis widmet und fragt, wie es sich in der Krise lebt.

Foto © APARatloser, aber engagierter Europäer: Harald Krassnitzer
Aus Harald Krassnitzer spricht derzeit viel Wut. Zwar ist der Schauspieler überzeugter Europäer und Anhänger des Euro, trotzdem hat er das Gefühl, derzeit "ganz gehörig verarscht zu werden, ohne sagen zu können wie". Mitschuldig ist sicher, dass er - wie ein Großteil der Bevölkerung auch - gerne wissen würde, "wie dieses Finanzsystem funktioniert und weshalb alle paar Monate ein neuer Rettungsschirm aufgespannt werden muss, dem bald darauf der nächste folgt."
Deshalb kann Krassnitzer mit der von ihm mitinitiierten Doku "Griechenland blüht" keine Antworten liefern, aber man möchte ein Bild zurechtrücken: "Früher sahen wir in den Griechen freundliche, positive Menschen. Heute sind sie faul und ahnungslos", sagt der Salzburger, der auch den Medien eine Teilschuld daran gibt: "Weil sie über die Eliten in den schwarzen Anzügen berichten, dafür entweder gar nicht oder verzerrt über das Volk selbst." Daher machte sich Regisseur Fabian Eder auf nach Hellas, um Menschen an der Basis zu fragen, wie es ihnen geht.
"Die Doku zeigt Griechen, die sich der Krise voll bewusst sind, die wissen, was schiefgelaufen ist, aber von dem Geld, das bislang runtergeschickt worden ist, keinen Cent gesehen haben", gibt Krassnitzer einen Vorgeschmack. "Lösungen bietet der Film keine, aber er zeigt, wie Menschen gegen die Krise ankämpfen und nicht in der Depression hängen bleiben." Sozialer Abgründe - wie in Athen - sind sich die Macher durchaus bewusst, doch will man diesmal die Griechen auf den Inseln zeigen.
Aus eigener Tasche
"Griechenland blüht" wurde privat finanziert - großteils von Eder und Gattin Katharina Stemberger sowie der Plattform respekt.net. Auch Krassnitzer investierte und würde sich so einen Film über jedes europäische Land wünschen: "Wir haben von den unterschiedlichen Kulturen in Europa keine Ahnung und wissen nicht, was Portugiesen, Franzosen, Spanier usw. wirklich denken." Privat ließe sich so ein Projekt kaum finanzieren. Eine Verwirklichung liege "natürlich auch am ORF", so Krassnitzer.














