Befremdlich erst, dann erfreulich
Zwiespältige Eindrücke vom Pianisten Angelich.
GRAZ. Sehr divergierend das 5. Eggenberger Schlosskonzert mit dem US-amerikanischen Pianisten Nicholas Angelich.
Schon die vorauseilende Fama wirkte überzogen. Und dann gleich zweimal Beethoven! Alle drei Sätze der "Mondscheinsonate" wiesen beträchtliche gestalterische Mängel auf: rhythmisch und mit oft stark überzogenen Rubati und übermäßigem Pedalgebrauch. Beim Opus summum, der 32. Klaviersonate op. 111, schließlich erschien die "Arietta" gar wie eine Karikatur ihrer selbst. Von "Vergeistigung" nicht eine Spur.
Doch siehe da, Gestaltung stellte sich doch noch ein! Und zwar bei den Fantasien op. 116 von Johannes Brahms, die in ihrer Kargheit mit hohem technischen Anspruch einen harten Brocken bilden. Für erst erlittene Pein versöhnte dann der Schluss.














