Ökumene improvisiert
"Kirche - Synagoge - Moschee" als nuancenreiches, bemühtes Musikexperiment auf den Grazer Kasematten.

Foto © KammermusikfestivalDie junge Grazerin Rivka Saltiel sang Sephardisches
Aus den vollen Schatztruhen der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam schöpfend, zeigte Cellist Erich Oskar Huetter mit der aus Graz gebürtigen jüdischen Sängerin Rivka Saltiel, dem in Jerusalem unterrichtenden palästinensischen Christen und Quanun-Virtuosen Mahran Moreb und zwei Chören einen friedenstiftenden Querschnitt.
In den Schlossberg-Kasematten rief kurz nach 20.13 Uhr ein Muezzin zum Gebet. Später debütierte der Chor des Islamischen Kulturzentrums Graz als stimmungsvoller Klangkörper bosnischen Populärgeschmacks, wobei zwei Chormitglieder solistisch punkteten. Zeitgenössische christliche Musik wiederum, eine Psalmvertonung von Morton Lauridsen, sang der Chor "Mondissimo" unter der anregenden Leitung von Markus Zwitter.
Nuancenreich präsentierte die blutjunge Rivka Saltiel sephardische Lieder, fein begleitet von Mahran Moreb auf seiner orientalischen Zither, Stefan Heckel am Akkordeon und Impresario Huetter am Cello.
Rudimentäre Moderation, Kasematten-Tontechnikmängel und das islamische Fastenbrechen in der Pause strapazierten allerdings das Musikexperiment.















