Schmerzliche Intensität
Startenor Plácido Domingo (71) kehrte nach fünf Jahren nach Salzburg zurück und sang hier erstmals in einer Barockoper, in Händels "Tamerlano".

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Wer rastet, der rostet", schreibt Plácido Domingo auf seiner Homepage. Und kündigt ungeachtet seiner 71 Jahre für die kommende Saison seine Debüts in den großen Bariton-Rollen von Giuseppe Verdis "I due Foscari" und "La traviata" an.
Als 126. Bühnenrolle hatte er sich 2008 in Madrid seine erste barocke Hauptpartie angeeignet, den Bajazet in Georg Friedrich Händels "Tamerlano", mit dem er jetzt bei einer konzertanten Aufführung ein triumphales Comeback in Salzburg feierte.
Maßgeschneidert
Mit sechs Arien und vier Accompagnatos ist der vom Titelhelden besiegte, stolz in den Tod gehende türkische Sultan Bajazet die Hauptfigur in Händels düsterster und dramatischster Oper. 1724 als eine der beiden großen Tenorrollen Händels für Francesco Borosini maßgeschneidert, liegt sie ziemlich tief und geht nicht über ein Gis hinaus. Das kommt Domingo natürlich entgegen. In Salzburg profitiert er bei seiner ersten Zusammenarbeit mit einem Originalklangensemble auch von der tieferen Stimmung der Musiciens du Louvre, die unter Marc Minkowskis packendem Zugriff vier Stunden lang als emotionales Kraftfeld fungieren. Mit dem Bronzeton seiner immer noch wohlgerundeten Stimme meistert Domingo die heiklen Koloraturen mit Anstand und fesselt in der großen Todesszene mit weichen Piano-Tönen und schmerzhafter Intensität.
An seiner Seite brillieren mit Bejun Mehta (Tamerlano) und Franco Fagioli (Andronico) zwei der besten und virtuosesten Countertenöre unserer Zeit. Mit der Sopranistin Julia Lezhneva (Asteria) und dem Mezzo Marianne Crebassa (Irene) hat Minkowski zwei vielversprechende junge Talente mitgebracht. Michael Volle ist eine festspielreife Luxusbesetzung für den Leone.
Weitere Aufführung im Großen Festspielhaus in Salzburg: 12. August, 20.30 Uhr. Karten-Info: Tel. (06 62) 80 45 500.















