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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2012 um 20:30 UhrKommentare

Kryptisches Schwimmen in Ursuppe

Mit "Alien" begründete Ridley Scott seine Weltkarriere. Jetzt kehrt er zu den Wurzeln zurück und enttäuscht.

Endlich zurück in der Zukunft und die wird doch nicht grauslich sein? Vor 33 Jahren konfrontierte uns der englische Regisseur Ridley Scott mit "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" und schrieb damit Filmkulturgeschichte. Die Albtraumkreatur von HR Giger erschreckte in weiteren Filmen, schlüpfte in unzählige Comics und eroberte den Computerspielemarkt. Scott, der als Regisseur und Produzent höchst erfolgreich und auch stilbildend Ausflüge in unterschiedlichste Genres ("Thelma & Louise", "Blade Runner", "Gladiator") unternahm, kehrt mit 74 Jahren zurück in das "Alien"-Universum.

Wir schreiben das Jahr 2089. Die Archäologin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) findet mit ihrem Partner Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) eine Höhlenmalerei mit einer Sternenkonstellation, die auch in anderen Epochen und Kulturen abgebildet wurde. Hinweis auf einen außerirdischen Ursprung menschlichen Lebens?

Der omnipotente Weyland Konzern stattet eine Weltraumexpedition aus, um Licht ins Dunkel zu bringen. Der Android David (blendend Michael Fassbaender), der ein Faible für alte Filme ("Lawrence von Arabien") hat, um seine Menschenähnlichkeit zu perfektionieren, pilotiert das Raumschiff "Prometheus". Das ist zwar nach dem Menschenfreund und Kulturstifter der griechischen Mythologie benannt, befeuert uns aber nicht weiter mit Erkenntnissen über die Schöpfungsgeschichte. Die Enthüllung letzter Geheimnisse ist offensichtlich der angekündigten Fortsetzung vorbehalten.

Scott geht den Weltraumausflug, eine Art Prequel, Vorgeschichte, zu "Alien", gemütlich an. Mit zahlreichen Selbstzitaten ziert er die Begegnung mit der fremden Art. Wenig überraschende Erkenntnis: wird der gemeine Alien "verräumt", steht er bald wieder auf der Fußmatte und nötigt Menschen zu äußerst rigiden Erste Hilfe-Maßnahmen.

Trotz guter Besetzung (neben den Erwöhnten Charlize Theron und Guy Pearce) und teilweise beeindruckender Schauwerte ist "Prometheus" letztlich eine ziemlich herbe Enttäuschung. Vor allem, weil die Schwimmerei in der Ursuppe dramaturgisch zu kryptisch bleibt. HHIII

REINHOLD REITERER

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