Des Kaisers stählerne Kleider
Kriegskunst in Trient: Für die Ausstellung "Die kaiserlichen Ritter" in zwei norditalienischen Burgen verleiht das Grazer Zeughaus 150 Objekte, so viele wie noch nie.

Foto © Jürgen Fuchs
Nur drei Tagesritte von Rom entfernt, Sitz des Fürstenbistums und Austragungsort des Konzils von Trient von 1545 bis 1563, das die Gegenreformation vorantrieb: eine bessere Gegend als in Trient hätte man für die Ausstellung "I cavalieri dell' imperatore" ("Die kaiserlichen Ritter - Burgen als Schauplatz für Krieg und Turniere") kaum finden können.
Sowohl das Schloss Buonconsiglio in Trient als auch die mächtige Festungsanlage des Schlosses Beseno, circa 15 Kilometer davon entfernt, die übrigens lange im Besitz der "Sound of Music"-Familie Trapp war, sind Präsentationsorte der Schau rund um kaiserliche Turnierspiele und die Bedeutung von Duellen, ihrer Taktiken oder der späteren Idealisierung von Rittern.
"Ein Auge riskieren"
Redewendungen wie "ein Auge riskieren" oder "eine Lanze brechen" bekommen hier plötzlich einen realen Hintergrund. Anhand der dargestellten politisch wichtigen Hochzeit von Erzherzog Karl II. und der Prinzessin Maria von Bayern 1571 in Wien sieht man, dass Turniere nicht nur der Machtdemonstration dienten, sondern oftmals auch die einzige Chance waren, dass Untertanen die Herrscher zu Gesicht bekamen. Und umgekehrt.
Zu sehen sind 231 Objekte aus Spätmittelalter und Renaissance aus sieben italienischen und zwölf österreichischen Museen. Alleine 178 Harnische, Grafiken und Gemälde davon steuert das Universalmuseum Joanneum als Leihgaben bei.
150 Exponate stammen aus der größten historischen Waffenkammer der Welt, dem Zeughaus. Mit dabei die Stars der Sammlung: der Witz-Harnisch, der Pferdeharnisch oder die Rüstung von Erzherzog Karl II. Nach internationalen Touren des "Heavy Metals" nach Cleveland, Basel oder Osaka ist es die größte Ausstellung, an der sich das Landeszeughaus bisher beteiligt hat.
Weitere Tourneen
"Es ist schön, dass wir mit dem Zeughaus eine so wichtige Sammlung haben, die international auf Interesse stößt und uns weltweit Kontakte beschert", betont Wolfgang Muchitsch, Direktor des Universalmuseums Joanneum. Rund 150.000 bis 180.000 Besucher zähle alleine das Schloss Buonconsiglio pro Jahr.
Die Stars des Zeughauses werden weiter touren, für 2013 verhandelt man gerade mit einem Partner in Deutschland, 2014 könnte es wieder auf Tour in die USA gehen. Davor wird noch der erste "Ausflug" des Kultwagens von Strettweg zur Royal Academy of Arts in London im September, wir berichteten, vorbereitet.














