Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
21. Mai 2013 09:35 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
 
Über 1.000 Jahre alte Statue in Mexiko entdeckt Ein jovialer Duschelrock Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kultur & Medien Nächster Artikel Über 1.000 Jahre alte Statue in Mexiko entdeckt Ein jovialer Duschelrock
Zuletzt aktualisiert: 28.07.2012 um 20:30 UhrKommentare

Die heile Welt hat einen doppelten Boden

Nikolaus Harnoncourt lüftet bei den Salzburger Festspielen die Geheimnisse von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte".

Artig machte er unmittelbar vor Beginn noch den Konzertmeistern im Orchestergraben seine Aufwartung und streichelte bedeutungsschwer die auf dem Pult liegende Partitur, ehe er sich auf seinen Platz in der 10. Reihe begab. "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart hatte Alexander Pereira als erste Neuproduktion seiner Intendanz ausgewählt und erstmals saß bei einer großen Mozart-Premiere der Salzburger Festspiele ein Originalklangensemble im Graben. Unter Nikolaus Harnoncourt schlug der Concentus Musicus Wien ungewöhnte Töne an: Nicht weich und feierlich tönten die drei Einleitungsakkorde, sondern scharf und dank der kurz angerissenen Sechzehntel geradezu explosiv.

Sarastro herrscht über keine heile Welt, stellte Nikolaus Harnoncourt von Anfang an klar.

Magische Klangwelt

Zum vierten Mal hat der überragende Mozart-Interpret "Die Zauberflöte" einstudiert, erstmals greift er dabei auf historische Instrumente zurück. Mit ihnen verdeutlicht er die ganz neue, magische Klangwelt, die Mozart mit der Kombination von Bassetthörnern, Fagott und Hörnern zur Charakterisierung der Welt der Eingeweihten erfunden hat. Mit ihnen spürt er auch noch bohrender die Widersprüche zwischen dem salbungsvollen Text und der Musik auf, legt die Doppelbödigkeit des Werks bloß.

Konsequenter als je zuvor vertraut er ausschließlich auf das Faksimile der Partitur, nennt deshalb Monostatos nach Mozarts Handschrift Manostatos, und setzt seine immer wieder der landläufigen Aufführungspraxis widersprechenden Erkenntnisse kompromissloser denn je um. Weil Mozart für den Finalchor des ersten Aufzugs das schnellste Tempo des gesamten Werks verlangt (Presto alla breve) und Harnoncourt seinen Willen erfüllt, wirkt dessen Erhabenheit reichlich fragwürdig. Und weil er Paminas g-Moll-Arie so schnell nimmt wie die ebenfalls als Andante im 6/8-Takt notierte "Rosen-Arie" der Susanna in "Figaros Hochzeit", verströmt sie nicht nur Traurigkeit, sondern vor allem auch jenen Zorn, den die harten Dissonanzen und Tonartwechsel ausdrücken.

Schlanke Stimmen

Wie schon 2007 in Zürich singt Julia Kleiter mit glockigem Sopran eine berückend klangschöne Pamina. Bernard Richter vereint als Tamino mit seinem hellen Tenor Sensibilität und heldische Töne. Georg Zeppenfeld verzichtet als Sarastro auf salbungsvolles Pathos, Mandy Friedrich lädt die sicher gemeisterten Koloraturen der Königin der Nacht mit Ausdruck auf. Markus Werba ist ein routinierter, kerniger Papageno, der mit einem Ape-Kleintransporter auf die Bühne düst. Mathis Neidhart hat sie, die Arkaden der Felsenreitschule aufgreifend und vervielfältigend, als verwirrendes, mobiles Labyrinth gestaltet.

Hier holen die drei Damen der Königin der Nacht die Schlange, vor der sich Tamino fürchtet, als Requisit aus ihrem Gepäck, hier schlagen sie Papageno alle Zähne aus. Hier herrscht Sarastro über eine Forschertruppe, die ihren eigenen Nachwuchs ausbildet und ziemlich skrupellos mit Menschen experimentiert.

Jens-Daniel Herzog stellt in seiner das Spielerische betonenden, an originellen Einfällen reichen, sich aber doch nicht schlüssig rundenden Inszenierung den Sieg der Liebe dar. Während sich Sarastro und die Königin der Nacht um den siebenfachen Sonnenkreis als Instrument der Macht prügeln, nimmt Tamino in an sich und entzückt mit dem blinkenden Requisit die Kinder von Papageno und Papagena.

ERNST NAREDI-RAINER

Events & Tickets

Die besten Events in Kärnten und der Steiermark. Plus: Tickets für alle Veranstaltungen in ganz Österreich online bestellen.

KLEINE.tv

Joanneum: Die Welt vor 11,5 Millionen Jahren

Etwas mehr als 11,5 Millionen Jahre ist die fünf Meter lange Wasserficht...Bewertet mit 1 Stern

 




Kultur-Fotoserien

Stars: Großer Auftritt in Cannes 

Stars: Großer Auftritt in Cannes

 

Schillernde Oscar-Nacht

APA

Oscarreife Vorstellung: Mit Michael Haneke und Christoph Waltz wurden auch zwei Österreicher mit den begehrten Preisen ausgezeichnet. Ein multimedialer Rückblick auf eine glamouröse Nacht!

World Press Photo

AP/Paul Hansen

Erschütternde Augenblicke: Männer halten eine Zweijährige und ihren drei Jahre alten Bruder in den Armen: Beide Kinder starben bei einem israelischen Luftangriff. Diese und ähnlich bewegende Aufnahmen überzeugten eine internationale Jury.

 

Peter Rosegger-Jahr

Landesarchiv

Im Jahr 2013 feiert die Steiermark den 170. Geburtstag von Peter Rosegger (1843-1918) mit zahlreichen Projekten, Veranstaltungen und Aktivitäten.

Kino-Fotoserien

Stars: Großer Auftritt in Cannes 

Stars: Großer Auftritt in Cannes

Bibliothekenführer

APA


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang