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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2012 um 19:05 UhrKommentare

Botschafterin des Barock

Ulrike Nagy (52) stellt heute in einer Kirche bei Feldkirchen ihr Ensemble "Concertino Amarilli" vor. Die Cembalistin ist "verrückt" nach alter Musik.

Foto © Traussnig

Auf eine "reiche Biografie" blickt die gebürtige Klagenfurterin Ulrike Nagy zurück. Die 52-Jährige, aus einer Lehrerfamilie stammende Cembalistin, Barock-Expertin, Regisseurin und Ensembleleiterin hält sich mit Yoga fit und strahlt Energie und Lebendigkeit aus. Wenn sie sich "ein bissl mehr als eine Interpretin" - wie sie sagt - zum Cembalo setzt, verwandelt sich diese Energie in wunderbare Barockmusik.

Beim Carinthischen Sommer lotet Ulrike Nagy heute Abend mit dem "Concertino Amarilli" in der Kirche St. Martin bei Feldkirchen jene "Pena d´Amore" aus, also die aus Liebe erwachsenden Schmerzen. Die italienische Cantate von Monteverdi, Gabrielli, Gasparini und Vivaldi ist dafür die bevorzugte Form. Notenblätter, aus denen musiziert wird, hat Ulrike Nagy selbst transkribiert und mit dem Computer "haltbar" gemacht. "Bereits, wenn ich die Melodien mit den Akkorden beziffere, ist das ein interpretatorischer Akt", betont Nagy.

Rätselhafte Zeit

Manuskripte findet sie in Bibliotheken und Archiven, wie jenes von Francesco Gasparini in der venezianischen Nationalbibliothek. Die Künstlerin ist Single und lebt in Wien und Venedig. Ihre Klavier-Ausbildung hat sie am Klagenfurter Konservatorium genossen, an der Uni Graz studierte sie Musikpädagogik und Germanistik, danach ging sie als Stipendiatin nach Antwerpen.

Die Barockzeit ist ihr, wenn sie auch als Expertin gilt, Rätsel und Herausforderung zugleich. Ständig gilt es, neue Facetten des damaligen Lebens und Liebens und dessen künstlerischen Ausdruck zu entdecken. "Man hat damals die Leidenschaften intensiv dargestellt. Ekstase, Lust, aber auch die Seelenpein in der Liebe in allen Ausformungen wurden deutlich gemacht", erklärt die Expertin. Selbst die Handbewegungen, die man in Opernaufführungen und auch auf Gemälden zeigte, sind bedeutungsschwer.

Mit Leichtigkeit zeigt Ulrike Nagy einige davon und strahlt voller Opern-Vorfreude: Denn gleich nach dem Konzert wird intensiv an Johann Joseph Fux' "Orfeo ed Euridice" geprobt. Dieses Werk hat im Schloss Damtschach am 10. August Premiere. Schon in den letzten Jahren gab es bejubelte Barockopern unter Nagys Leitung in Damtschach zu hören und sehen.

BARBARA EINHAUER

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