Laurie ist ein tolles House
Schauspieler Hugh Laurie, als zynischer Dr. House TV-Kultfigur, zeigte am Sonntag als Musiker im ausverkauften Wiener Konzerthaus gute Figur.

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Er sieht - fast - aus wie er, hat einen Stock und die ähnliche Körperhaltung. Aber er ist nur ein Dr. House-Double, das sich einen Spaß daraus macht, an diesem Sonntagabend im Wiener Konzerthaus die verblüfften Blicke auf sich zu ziehen. Einige zücken sogar den Fotoapparat.
Kurz nach 20 Uhr betritt dann der Echte die Bühne. Nicht der zynische Mediziner Gregory House aus der TV-Serie, nicht der britische Schauspieler und Comedian Hugh Laurie, sondern der Musiker Hugh Laurie. Umrahmt und getragen wird der 53-Jährige von der formidablen "Copper Bottom Band". Fünf Musiker und eine Sängerin. Ihre Instrumente könnten aus einem Vintage-Laden stammen. Aber: "Diese Leute sind der Rolls Royce, ich bin nur die Kühlerfigur", moderiert Laurie einen Abend ein, der von leidenschaftlicher Spielfreude und tiefem Schürfen im American Songbook Of Jazz And Blues geprägt ist.
Mit Little Walters "Mellow Down Easy" geht es los, es folgt die "St. James Infirmary", wunderbar sumpfig gestampft. Und damit ist die Marschrichtung vorgegeben. Hugh Laurie, ein Connaisseur des unerschöpflichen New Orleans-MississippiMusikbiotops, erweist den ganz Großen aus längst vergangenen, aber noch immer glorreichen Tagen seine liebevolle Referenz. Leadbelly, Buddy Bolden, Jelly Roll Morton, Professor Longhair, Jimmy Rogers. Da erklingen die "Bells Of Jericho", da geht es mit "Unchain My Heart" ans Eingemachte, da swingt der "Swanee River" dahin. Laurie setzt witzige Zwischenansagen, animiert das begeisterte Publikum zum Mitklatschen, gleitet aber nie ins Komödiantische ab, sondern bleibt immer ernsthafter und vor allem ernst zu nehmender Musiker.
"Ein tolles Haus", entschlüpft es einer jungen Frau in der ersten Reihe. Und sie meint damit nicht das Konzerthaus. Lauries Stimme hat ein schön cremiges Timbre, sein Klavierspiel hat viel Groove, und wenn das britische Multitalent (Laurie schreibt auch Romane) zur Gitarre greift und einen leichten Hüftschwung einlegt, mausert er sich zum augenzwinkernden Entertainer.
Fazit des Abends: Der Rolls Royce hat seinem Namen alle Ehre gemacht, und die Kühlerfigur hat wunderbar geglänzt. Das möchte das House-Double auch - und pflanzt sich zwecks Fotoaufnahmen vor der Bühne auf.














