Ein flotter Operettenspaß
Isabella Gregor aktualisiert den "Vogelhändler" für das Lehár-Festival.
BAD ISCHL. Es darf tagespolitisch kalauert werden: Zwei Analysten einer US-Ratingagentur, mit Cowboyhüten und Colts als Westernhelden ausstaffiert, nehmen das Wirtschaftswissen eines Prüflings unter die Lupe. Zu Griechenland wird befragt und zur Finanzspekulation. Am Ende heißt es: "Wos woa mei Leistung?"
Diese halblustige Prüfungs-Szene findet sich in Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler", den Regisseurin Isabella Gregor für das Lehár-Festival umgetextet hat. Ein Fremdkörper in einem ansonsten flott und gelungen inszenierten Operettenspaß.
Vor einem requisitenbetonten Bühnenbild von Tamara Oswatitsch (besonders sinnig: Die Kletterwand im 1. Akt, von der aus die Tiroler ihr "Griaß enk Gott!" schmettern) agieren mehrheitlich junge Nachwuchssänger mit merklicher Freude am Spiel, wie etwa Temperamentbündel Theresa Grabner als Christel von der Post, der ein lebender Briefkasten mit lederbehostem Unterleib wie aus der post.at-Werbung als Begleiter folgt. In der Titelpartie ein altbewährter Operettenprofi: Tenor Sebastian Reinthaller mit dem Ahnl-Lied als Bravourstück. Überdurchschnittlich das Orchester: Unter Oliver Ostermann läuft es zur Höchstleistung auf.
HARALD STEINER
"Der Vogelhändler" von Carl Zeller beim Lehár-Festival Bad Ischl: 22., 25. und 29. Juli, 1., 5. und 12. August sowie 2. September um 15.30 Uhr.
27. und 31. Juli, 2., 4., 8., 10., 14., 19., 24., 25. und 31. August um 20 Uhr.
Karten: Tel. (0 61 32) 238 39.
www.leharfestival.at














