Hubert von Goisern "brennt" in Spielberg
Es gibt Musiker, die ändern sich nicht. Wenn es 23 Jahre dauert, bis ein Lied zur Nummer eins wird, ist das eben so. Fantastisch authentisch.
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Hubert von Goisern ist keiner, der große Shows veranstaltet. So einer war er nie, so wird er auch nicht mehr werden. Ehrliche Handwerkskunst gibt es zu hören und sehen, wenn er die Bühne betritt, in die Saiten greift oder auf die Knöpfe haut. Nicht mehr und nicht weniger. Personifizierte Authentizität seit 1988.
Mit dreißig Minuten Verspätung kommt der Oberösterreicher in Spielberg auf die Bühne, spielt den ersten Akkord und hat das Publikum gefangen. "Es hat kein Volk nur edle Menschen hervorgebracht. Nicht einmal die Goiserer", kündigt er, wohl mit bewusst gesetztem politischen Seitenhieb, "I kenn oan" an. Und gerade als er da von einer singt, die sagt, Regentropfen zählen zu müssen, fallen auch schon die ersten vom Himmel. Als ob Hubert von Goisern es verschrien hätte. Kitsch pur. Man ist kurz geneigt, sich seine Balladen zu wünschen, das Feuerzeug gegen Himmel zu strecken. Den Gefallen tut der Vollblutmusiker auf der "Brenna tuat's"-Tour aber nicht. Er rockt weiter. Und entschuldigt sich beinahe, als er dann später doch zwei Balladen spielt. Es sei ihm verziehen . . .
Mit den großartigen Helmut Schartlmüller (Bass), Alexander Pohn (Schlagzeug) und Severin Trogbacher (Gitarre), allesamt Oberösterreicher "wie man an den Gesangseinlagen erkennen kann", verlässt er nach etwas mehr als einer Stunde die Bühne. Die Lieder vom aktuellen Album "EntwederUndOder" waren gespielt. Hubert von Goisern wäre aber nicht Hubert von Goisern, wenn er nicht auch die alten Hadern spielen würde. "Koa Hiatamadl" mit Tempo wie selten zuvor, "Weit, weit weg" mit Feuerzeugmeer im Himmel und "Heast as nit" als krönenden Abschluss. Dass es da beinahe zu regnen aufhörte, war dann fast schon wieder zu kitschig.


















