"ImPulsTanz": Von Hip-Hop bis Ballett
Am Mittwoch beginnt das Wiener Festival "ImPulsTanz" mit hochkarätigen Aufführungen und zahlreichen Workshops für Tanz und Körperarbeit.

Foto © www.impulstanz.com
Karl Regensburger (57) kann es selbst kaum glauben. Der Leiter des Festivals "ImPulsTanz", das jährlich vier Wochen lang Aufführungen und Workshops für Interessierte und Tanzprofis bietet, ist mittlerweile mit 29 Betriebsjahren einer der am längsten dienenden Intendanten Österreichs.
Vor bald dreißig Jahren begann der junge Betriebswirt, gemeinsam mit dem brasilianischen Tänzer Ismael Ivo eine Workshop-Serie aufzubauen. Regensburger: "Wir hatten das Glück, von Anfang an hohe Qualität mit Weltklassedozenten anbieten zu können". Bald kamen erste Aufführungen im Wiener Schauspielhaus dazu.
Heuer gibt es 94 Aufführungen von 44 Ensembles an dreizehn Spielstätten. Dazu 214 Workshops für Erwachsene und Kinder, für Anfänger bis Experten. Geboten wird alles Mögliche von Contemporary Technique, über Streetjazz/Hip-Hop bis Yoga Ballett. Zeitgenössischer Tanz ist längst kein Minderheitenprogramm. "Die Österreicher sind organisch in unser Festival hineingewachsen", so Regensburger.
Eröffnet wird am Mittwoch mit "Chutes Incandescentes", einer Performance der Kanadier Par B. Leux / Benoît Lachambre & Clara Furey im Odeon. Ein Wiedersehen gibt es mit dem Klassiker "Drumming" von Anne Teresa De Keersmaeker und ihrer Compagnie Rosas, uraufgeführt 1998 bei "ImPulsTanz". Keersmaeker ist ein häufiger Gast bei "ImPulsTanz" und gelegentlich muss sich Regensburger den Vorwurf des "immer gleichen" anhören. "Es ist ein Geschenk, eine großartige Künstlerin auf ihrem Weg zu begleiten. Sie macht nie das Gleiche, ist manchmal trocken und kompromisslos, eine große und schöne Herausforderung für unser Publikum", so Regensburger.
Gedächtnis des Tanzes
Auch möchte er als "Gedächtnis des zeitgenössischen Tanzes" fungieren. Daher gibt es eine Neuinszenierung des 1993 erstmals gezeigten Stückes "Francis Bacon" von Ismael Ivo (Choreografie) und Johann Kresnik (Regie). Auch ein Kultkünstler der Achtzigerjahre ist wieder dabei: Jan Fabre mit zwei Stücken, "The Power of Theatrical Madness" von 1984 und "This is Theatre like it was expected and Foreseen" von 1982.
Ein Höhepunkt ist die "Gala des zeitgenössischen Balletts" mit Manuel Legris, Direktor des Wiener Staatsballetts. Er selbst tanzt zwei Duos mit seiner Expartnerin vom Ballett der Pariser Oper, Aurelie Dupont und hat weitere Gasttänzer eingeladen. Legris trat als Tänzer des Pariser Balletts schon einige Male bei "ImPulsTanz" auf. Regensburger: "Wir haben ihn eingeladen, bei uns einen Abend ganz nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Wir hoffen, dass wir diese Zusammenarbeit mit dem Wiener Staatsballett noch weiter ausbauen können".
Wo sieht sich Regensburger in zehn Jahren? "Hoffentlich noch immer bei 'ImPulsTanz', wenn auch mit anderen Aufgaben, wie Budgetverhandlungen und der Optimierung innerer Abläufe". Mit den Jahren habe sich ohnehin eine großartige Teamarbeit entwickelt. "Ich koche längst nicht mehr alles selbst". BARBARA FREITAG
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Fakten
"ImPulsTanz": 12. Juli bis 12. August. Karten: Tel. (01) 712 54 00 111.















