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Zuletzt aktualisiert: 29.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

Als Brautmutter voll auf Zucker

Olivia Newton-John, die 1978 mit "Grease" über Nacht zum Weltstar geworden war, ist derzeit in unseren Kinos in der Komödie "Die Trauzeugen" als überdrehte Brautmutter zu sehen.

D er australische Film "Die Trauzeugen" stammt von Stephan Elliott, der schon mit "Priscilla, Königin der Wüste" für schrägen Humor gesorgt hat. In dem Streifen, zuletzt der große Lacherfolg des Festivals in Rom, spielen Sie die Brautmutter: Wie sind Sie in dieses Projekt geraten?

OLIVIA NEWTON-JOHN: Seit meiner Darstellung der Sandie in "Grease" hatte ich ja immer das Image des "naiven, braven Mädchens". Hier konnte ich endlich herrlich verrückt sein - und trotzdem naiv. Die Mutter der Braut wundert sich, warum während der Hochzeit so viele Gäste aufs WC verschwinden. Sie entdeckt, dass dort viel weißes Pulver herumliegt. Neugierig geworden, zieht sie es sich ordentlich in die Nase. Auf einmal ist sie so was von high! Gedreht haben wir das natürlich mit Zucker.

Haben Sie manchmal unter dem "Grease"-Image gelitten?

NEWTON-JOHN: Wie sollte ich? Bei allem, was ich diesem Film verdanke. Ich habe danach mehr als 100 Millionen Exemplare von meinen Alben verkauft.

Sie wurden in Cambridge als Enkelin des deutschen Quantenphysikers und Nobelpreisträgers Max Born geboren. Wie kam das?

NEWTON-JOHN: Meine Mutter flüchtete als Halbjüdin nach England. Dort heiratete sie meinen englischen Vater, dessen Leben für uns immer recht geheimnisvoll war. Nach seinem Tod stellte sich heraus, dass er beim Geheimdienst MI5 war. Er hinterließ uns seine Lebensbeichte per Tonband, aber ich habe mir das nie angehört. Es hätte mich zu traurig gemacht.

Nach viel Auf und Ab in Ihrem Privatleben haben Sie 2008 den Geschäftsmann John Easterling geheiratet. Das war ja auch keine ganz normale Hochzeit. Sie haben sich in den Anden trauen lassen?

NEWTON-JOHN: Richtig. Er hatte mir 18 Jahre vorher einen Hund abgekauft. Die Liebe schlug aber erst viel später zu. Wir haben uns auf einer Reise nach Peru verliebt. Als wir uns zur Heirat entschlossen, war gerade Sommersonnenwende. Sonne und Mond standen gleichzeitig am Horizont. Das war die reinste Magie.

Was macht Ihr Mann?

NEWTON-JOHN: Er engagiert sich intensivst für die Rettung des Regenwaldes, hat die Organisation "Amazone Herb" gegründet und arbeitet eng mit einer ähnlichen Gruppierung von Prinz Charles zusammen.

Hat Ihr Mann eigentlich Ihre Karriere verfolgt?

NEWTON-JOHN: "Grease" hatte er nie gesehen. Einmal lud uns mein damaliger Partner John Travolta, der immer ein echter Freund geblieben ist, zu einem Flug mit seiner Privatmaschine ein. Während des Fluges spielte er im Bordkino "Grease" extra für uns.

Vor 19 Jahren erkrankten Sie an Brustkrebs und haben ihn bezwungen. Haben Sie sich damals oft die Frage gestellt: Warum gerade ich?

NEWTON-JOHN: Nein, das hätte zu nichts geführt. Ich habe den Kampf aufgenommen und gleich nach der Chemo ein Album komponiert. Das war meine Therapie. Das erste Lied darauf betitelte sich übrigens "Sage nicht: Warum ich? Warum ich?" Heute bin ich in der glücklichen Lage, dass ich Frauen bei Früherkennung dieses Leidens gut helfen kann, und ich engagiere mich diesbezüglich auch im Rahmen von Charity. In diesen Tagen wird in Melbourne auf meine Initiative eine moderne Krebsklinik mit Wellness Center errichtet. INTERVIEW: LUIGI HEINRICH


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