Ein Sack voll Jazzballaden
Dee Dee Bridgewater (62), dreifache Grammy-Gewinnerin und führende Jazzsängerin, startet heute ihre Europa-Tournee im Kunsthaus Weiz.

Foto © APADee Dee Bridgewater, Grande Dame des Jazzgesangs, gastiert am Donnerstag in Weiz
G uten Abend in Las Vegas, wir erwischen Sie kurz vor Ihrem Abflug nach Europa?
DEE DEE BRIDGEWATER: Ja, das wird sehr anstrengend, weil ich komme zuerst für sieben Konzerte nach Europa, zwischendurch habe ich einen Auftritt in der Hollywood Bowl in L. A., dann fliege ich sofort wieder nach Europa zur großen Sommertour.
Nach Ihren Konzeptalben "Eleanora Fagan" und "Red Earth" haben Sie auf Ihrer neuen CD "Midnight Sun" nur ältere Songs aufgewärmt. Warum das?
BRIDGEWATER: Meine Plattenfirma Universal Music hat mich darum gebeten. Dann habe ich mich für eine Auswahl meiner besten Balladen entschieden. Meine Tochter und Managerin Tulani hat das Projekt geleitet, all die alten Masters zusammengetragen, alles andere bis zum Artwork gemacht.
Sie haben schon sehr früh mit Jazzlegenden wie Sonny Rollins, Dexter Gordon oder Dizzy Gillespie zusammengespielt. Wer oder was präfgte Sie am stärksten?
BRIDGEWATER: Die Zeit mit Dizzy, weil er auch im komödiantischen Sinn einzigartig war. Er liebte es, wenn sein Publikum lachte, dann drehte er sich um und spielte diese großartigen komplexen Kompositionen. Kann sein, dass meine humorvollen Improvisationen zwischen manchen Songs von ihm kommen. Und Thad Jones war mein größter Mentor. Die Arrangement-Ideen stammen von meiner vierjährigen Arbeit in seinem Orchester. Von ihm lernte ich, meine Stimme als Instrument in der Band zu begreifen.
Haben Ihre Grammys für "Dear Ella", "Cotton Tail" und zuletzt für das Billie-Holiday-Album "Eleanora Fagan" Ihr Leben verändert?
BRIDGEWATER: Ich verstehe diese Auszeichnungen einfach als Wertschätzung für meine Karriere, besonders in den Staaten, weil ich hier bis dahin nicht diesen Rückhalt hatte. Und das, obwohl ich bis zu meiner Rückkehr aus Paris, wohin ich 1986 gegangen war, immer auch in den USA auftrat. Für mich sind sie eine Bestätigung, dass ich vielleicht eine der besten Jazzsängerinnen bin.
Features
Zur Person
Bridgewater, geboren am 25. 5. 1950 in Memphis/Tennessee.
Jazzsängerin, Karrierestart 1971 im Thad Jones/Mel Lewis Orchestra. 20 CDs, drei Grammys.















