Der Tonhof wird wieder Kulturort
Seit dem Tod von Maja und Gerhard Lampersberg ist der legendäre Tonhof in Maria Saal leer gestanden. Nun öffnet der Besitzer ihn für die Öffentlichkeit, der Verein "Tonhof" wird ihm bespielen.

Foto © SchweigerDer Tonhof soll bald aus dem Dornröschenschlaf geholt werden
Nach der Geburt ihres Sohnes Ferdinand bekam Verena Volpini im St. Veiter Krankenhaus Besuch von der Sängerin und Kunstmäzenin Maja Lampersberg, eine Cousine ihres damaligen Ehemannes. "Ferdinand kam drei Wochen zu früh auf die Welt. Da niemand damit gerechnet hat, habe ich auch am Tag der Geburt keine Besuch im Krankenhaus erwartet. Plötzlich stand Maja in der Türe, kam herein, nahm den neben mir schlafenden Ferdinand in die Arme und sagte: ,Das ist der neue Tonhofer'", erinnert sich Verena Volpini.
Und es kam, wie Maja Lampersberg und ihr Mann Gerhard es sich gewünscht hatten: Seit dem letzten August ist der 23-jährige Wiener Student Ferdinand Schludermann Besitzer des legendären Tonhofes in Maria Saal (mehr dazu siehe rechts), den er nun der Öffentlichkeit zugänglich machen will: "Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, dass der Tonhof zukünftig wieder seiner künstlerischen Bestimmung zugeführt wird und ich gemeinsam mit vielen anderen im Kleinen das fortsetzen kann, was Maja und Gerhard Lampersberg vor einem halben Jahrhundert begonnen haben", so Schludermann, die nur das Gartenhaus - da wohnte früher die Haushälterin - für private Zwecke nutzen möchte.
Verein Tonhof
Über zehn Jahre lang ist das herrschaftliche Gut mit dem 8500 Quadratmeter großen Park leer gestanden, nun wird der Verein "Tonhof" die künstlerische Bespielung des Ortes übernehmen: "Die Gebäude sind in einem sehr guten Zustand, es sind nur einige wenige kosmetische Arbeiten notwendig", erzählt Stefan Schweiger, Obmann des Vereins. Der "Trigonale"-Chef, bekanntlich auf für kultur.raum.kirche verantwortlich, plant - ganz im Sinne der Lampersberg - im Tonhof künftig Künstler unterzubringen. Außerdem soll die Scheune wieder zur Bühne werden, schließlich fanden dort einige legendäre Aufführungen statt. So hat etwa Ex-Stadttheater-Intendant Herbert Wochinz dort im Juli 1960 Thomas Bernhards Einakter "Die Erfundene", "Rose" und "Frühling" sowie die Kurzoper "Köpfe" (Musik Gerhard Lampersberg) inszeniert.
Im Herbst sollen die ersten Kulturveranstaltungen stattfinden. Und es fügt sich gut, dass das "klagenfurter ensemble" für 2013 das Jahresprojekt "TonHofSpur" ausgerufen hat, für das sich zahlreiche Kärntner Kulturinitiativen vernetzen (die Kleine Zeitung berichtete): "Wir hoffen natürlich, dass der Tonhof nun tatsächlich eine der Projektstätten sein kann", so Stefan Schweiger, der jedenfalls eine "hochklassige Bespielung des Objekts" verspricht.
Unter dieser Voraussetzung hat auch das Land Kärnten Subventionen zugesagt: Die Miete von 30.000 Euro teilen sich Kultur- und Gemeindeabteilung, ansonsten muss sich das Projekt selbst tragen. Große Freude herrscht jedenfalls beim Maria Saaler Bürgermeister Toni Schmidt: "Das Projekt Tonhof wird ein weiterer Meilenstein in der kulturpolitischen Entwicklung unserer Gemeinde sein", zeigt er sich überzeugt.















