"Milieubedingte Dramatisierung" in Salzburg
Rücktrittsdrohung sei Überdramatisierung.
SALZBURG. Dass das Kuratorium in aller Ruhe zuschaue, wie die Festspiele wegen ignorierter Tariflohnerhöhungen "nahezu an die Wand fahren", seine Pläne missbillige und zurückpfeife, bezeichnete der Intendant als "verrückt". Dass der Intendant das Jahresbudget innerhalb von zwei Jahren um 25 Prozent auf 64 Millionen Euro (2013) aufstocken will, sah das Kuratorium als "unzumutbare Belastungsprobe" - ja, man wolle wachsen, aber mit Maß und Ziel.
Verhärtete Fronten herrschen, wie berichtet, zwischen Alexandra Pereira (64) und dem siebenköpfigen Aufsichtsrat der Salzburger Festspiele, dem die Genehmigung des Programms, des Budgets und des Rechnungsabschlusses obliegt. So sehr, dass Pereira noch vor dem Start seiner ersten Saison drohte, alles hinzuschmeißen.
Die Rücktrittsdrohung Pereiras sei nicht mehr als eine "milieubedingte Dramatisierung", relativierte gestern Wilfried Haslauer. Salzburgs stellvertretender Landeshauptmann, Vorsitzender im Kuratorium, betonte auf Anfrage der APA, Pereira habe die Intendanz auf Basis klarer gesetzlicher Strukturen übernommen. "Und das Kuratorium wird seine ebenso gesetzlichen Aufgaben wahrnehmen". Kulturministerin Claudia Schmied stärkt dem Kuratorium den Rücken: "Es handelt mit Sorgfalt und in gegenseitiger Abstimmung". Salzburgs neuer Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf will übrigens "nicht durch weitere Äußerungen Öl ins Feuer gießen. Es brennt ja schon so recht munter".
Porträt des Tages, Seite 9.















