Die Musik liegt ihm im Blut
Daniele Abbado (54), Sohn des Dirigenten Claudio Abbado, inszeniert Verdis "Don Carlo", der morgen an der Wiener Staatsoper Premiere hat.
Ihr Vater dirigierte 1989 an der Staatsoper die Premiere jener "Don Carlo"-Produktion, die nun ausgedient hat. Sie wurden als Regisseur für die Neuinszenierung mit Franz Welser-Möst am Pult geholt. Was bedeutet Ihnen das Debüt im Haus am Ring?
DANIELE ABBADO: Es macht mich stolz und glücklich. Welser-Möst kenne ich seit 1988, ich war für eine TV-Produktion von "Alexander Newski" in Wien, er dirigierte im Konzerthaus Bruckner. Dann sahen wir einander leider Jahre nicht. Der jetzige Kontakt entstand durch Direktor Dominique Meyer. Die Einladung kam vor drei Jahren, seit einem Jahr steht das Projekt "Don Carlo".
Haben Sie mit Ihrem Vater darüber gesprochen?
ABBADO: Ich habe ihn ja immer wieder besucht, wenn er dirigierte, auch in Wien, und dabei habe ich viel gelernt. Aber privat sprechen wir nicht viel über die Arbeit. Glücklicherweise gibt es eine Menge anderer Dinge, über die wir plaudern können. Etwa über unsere Erde, über Bäume.
Wieso Bäume?
ABBADO: Wir haben vor 20 Jahren auf Sardinien neun Hektar Land direkt am Meer gekauft und damit vor Spekulation gerettet. Auf diesem Areal haben wir 10.000 junge Bäume gepflanzt, und darauf sind wir sehr stolz.
Heuer ist Verdi-Jahr und Sie widmen sich 2012 ausschließlich diesem Komponisten. "Don Carlo" inszenieren Sie nun zum ersten Mal. Eine besondere Arbeit?
ABBADO: Nicht nur für mich, auch für Verdi. Er hat ja an keinem anderen Werk so lang gearbeitet, nämlich 20 Jahre, in denen er sechs verschiedene Versionen schuf. "Macbeth" oder "Simone Boccanegra" hat er auch bearbeitet, aber da: ein "Handgriff", und das war's. "Don Carlo" sollte seine Divina Commedia werden.
Wollten Sie eigentlich nicht auch Dirigent werden?
ABBADO: Ich stamme aus einer Musiker-Familie. Als ich zehn war, lernte ich Cello, doch nur zwei, drei Jahre lang. Aber die musische Erziehung war nun einmal da, also war der Weg zur Regie ein natürlicher. Ich begann von der Pike auf, wurde Bühnenarbeiter beim Festival in Edinburgh, und ab dem 17. Lebensjahr besuchte ich die Schule am Piccolo Teatro in Mailand. Danach war ich Assistent und Set Designer. Die letzten zehn Jahre habe ich der Opernregie gewidmet. INTERVIEW: LUIGI HEINRICH Don Carlo. Von Giuseppe Verdi. Premiere: heute, Staatsoper Wien (19 Uhr). Karten: Tel. (01) 513 1 513














