Unerbittliche rhythmische Prägnanz
Fulminantes Saisonfinale des recreation-Orchesters.
Streng schlägt sie mit der rechten Hand den Takt, unerbittlich fixiert sie das Grundmetrum. Wenn dann aber die linke Hand in die Höhe schnellt und ihr Rossschwanz zu fliegen beginnt, erhebt sich die Musik in scheinbar schwerelose Höhen.
Alondra de la Parra dirigierte am Montag (und Dienstag) erstmals das recreation-Orchester und führte es beim letzten Abonnementkonzert dieser Saison zu Höchstleistungen. Bei ihrem Debüt in Graz knüpfte die 32-jährige Maestra zwei Mal an ihr Erfolgsalbum "My Mexican Soul" an: Die inoffizielle zweite mexikanische Hymne, José Pablo Moncayos "Huapango" von 1941, erklang mit farbenprächtiger rhythmischer Prägnanz. Atmosphärisch dicht begleiteten die recreation-Musiker im ebenfalls 1941 entstandenen Gitarrenkonzert des Mexikaners Manuel Maria Ponce den brillanten Solisten Pablo Sáinz Villegas. Der 35-jährige Spanier zog alle Register und wurde von den begeisterten Zuhörern zu zwei Zugaben genötigt: "Tango en skaï" von Roland Dyens und Francisco Tárregas "Recuerdos de la Alhambra".
Auswendig dirigierte Alondra de la Parra nach der Pause Antonin Dvoáks Symphonie "Aus der Neuen Welt". Mit sehr straffen Tempi, die auch beim flott genommenen Largo keinerlei Sentimentalität zuließen, mit viel Herzblut, wehmütiger Sehnsucht und unbändigem Stolz.
CD-Tipp: "My Mexican Soul" unter Alondra de la Parra (Sony Classical).















