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    Zuletzt aktualisiert: 07.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Stille Bilder und großes Kunstkino

    Am Samstag wird in Kassel die Kunstschau documenta 13 eröffnet. Arbeiten von rund 150 Teilnehmern wollen gefunden werden. Welche man dabei keinesfalls übersehen sollte.

    Geoffrey Farmers Skulptur aus Life-Magazine-Fotos der letzten 50 Jahre

    Foto © APGeoffrey Farmers Skulptur aus Life-Magazine-Fotos der letzten 50 Jahre

    Kein Konzept, außer diesem: Alles hängt mit allem zusammen. Carolyn Christov-Bakargiev, Leiterin der documenta 13, legt sich und den Besuchern die Latte zugleich hoch und niedrig. Denn, naturgemäß: gut gehen kann das nicht. Was nicht heißt, die d 13 sei zum Vergessen. Vergessen darf man bloß das Nicht-Konzept. Die Kunst, von rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beigesteuert, bietet reichlich Material für alle Sinne. Und das Hirn. Das disparate Angebot, verhindert jedenfalls, die d 13 in Schubladen zu stecken. Und es ermöglicht den Besuchern, das eigene Weltbild anhand der gebotenen Welt-Bilder (& -Töne) zu schärfen, zu verändern. Das Programm ist global. Und es ist, auch wenn Christov-Barkagiev das nicht liebt, anthropozentrisch, auf den Menschen bezogen. Was anderes sollte es, bei aller Liebe zu Schmetterling und Hund, zu Grashalm und Baum, auch sein?

    Alphabetische Hinweise

    Mehr denn je greift die d 13 in den Kasseler Stadtraum aus, was die Orientierung nicht leichter macht, die Gefahr, wichtige Beiträge zu übersehen, erhöht. Weshalb hier auf ein Dutzend Arbeiten hingewiesen sei, die das Spektrum der Schau erhellen und die man keinesfalls übersehen sollte (in alphabetischer Folge).

    Korbinian Aigners 900 Apfelbilder. Der deutsche Apfelpfarrer (1885 - 1966) züchtete als Häftling im Konzentrationslager Dachau die Apfelsorten KZ-1 bis KZ-4. D 13-Teilnehmer Jimmie Durham pflanzte einen Aigner-Baum und einen, den der Cherokee aus seiner amerikanischen Heimat kennt. Zwei Bäumchen, zwischen welchen sich komplexe Beziehungsfelder aufspannen lassen.

    Die Installation "The Repair" des Franzosen algerischer Herkunft Kader Attia, geboren 1970. Eine dichte Packung zu diversen Verwundungen, welche Menschen Menschen zufügen. Eine Kulturgeschichte nicht zuletzt jener Reparaturen, welche der menschliche Hang zur Zerstörung notwendig macht.

    Aus Motorenteilen entwickelt Thomas Bayrle, 1937 in Berlin geboren, Objekte mit Titeln wie "Rosenkranz" und "Monstranz". Ironische Ikonen zum Thema Wertvorstellungen.

    Aus 50 Jahrgängen des Life Magazine hat Geoffrey Farmer, 45, tausende Fotos geschnitten und zu einer viele Meter langen fragilen, von Ventilatoren sanft bewegten Skulptur gefügt. Hier hängt tatsächlich fast alles mit allem zusammen. Ein köstliches Universum.

    Llyn Foulkes' faszinierende Dioramen zum amerikanischen (Alb)Traum. Dazu zeigt der 78-Jährige "The Machine", ein köstliches Instrument, das während der d 13 auch verwendet wird.

    Nicht zum ersten Mal sorgt der Südafrikaner William Kentridge für einen documenta-Höhepunkt. Die multimediale Installation "The Refusal of Time" ist ganz großes Kunstkino ohne aufgeblasen zu sein. Wunderbar.

    Ihrer wird man nicht überdrüssig: stille Gemälde von Giorgio Morandi (Bologna, 1890 - 1964).

    Aus Bambus und Sackleinen kreiert der Kambodschaner Sopheap Pich (geboren 1971) abstrakte Bildobjekte von absolut eigener Wirkung.

    Aborigine-Künstlerin Doreen Reid Nakamarra (1950 -2009) schuf aus der Tradition der Ur-Australier großformatige Bilder, die das Erbe neu interpretieren.

    Als Künstler, der Kunst mit Humor verbinden kann, hat Nedko Solakov längst einen guten Ruf. "Knights (and other dreams)" ist neuerlich Beweis für das Talent des 55-jährigen Bulgaren, die Vielschichtigkeit der Welt mit poetischem Witz aufzufächern.

    In "Artaud's Cave" führt Javier Téllez aus Venezuela. In der Höhle, für den 43-jährigen Künstler "versöhnlicher Raum nicht passiver Zuschauerschaft", herrscht trotz aller Schatten das Licht.

    Apichatpong Weerasethakul schließlich inszeniert wie in seinen vielfach ausgezeichneten Spielfilmen die Koexistenz von Menschen und Geistern. Der 42-jährige Thai beschwört Geister, die Erinnerung heißen oder auch Geschichte.

    WALTER TITZ

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