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Zuletzt aktualisiert: 07.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

Frivoles und Ernstes

Annette Dasch singt ab heute in Wien die Madame Pompadour in Leo Falls gleich-namiger Operette.

S ie sind einer der wenigen weiblichen Top-Stars, die Oper und Operette singen. Das wieder wird von manchen mit scheelen Augen betrachtet, oder?

ANNETTE DASCH: Ich sage: Arbeit ist Arbeit. Ich halte es für grundsätzlich falsch zu sagen: "Dafür bin ich mir zu schade!" Jedenfalls empfinde ich es als entlastend, einmal auch etwas wie "Madame Pompadour" zu machen und nicht immer nur die ganze Farbpalette menschlichen Leidens durchzuspielen. Wenn ich mich einmal etwas Heiterem, Lockerem, Frivolem widme, gefällt mir das irgendwie gut. Leonard Bernstein etwa war auch immer gegen diese dummen Unterscheidungen zwischen "U und E".

Hat Ihr Gastspiel in Wien auch mit Ihrem Mann Daniel Schmutzhard zu tun, der ja als Bariton bis zum Vorjahr fixes Ensemblemitglied an der Volksoper war?

DASCH: Nein, denn der ist jetzt ja am Frankfurter Opernhaus engagiert, und wir haben derzeit dort unser Hauptquartier.

Wie haben Sie denn einander kennengelernt?

DASCH: Erstmals bei einem Lied-Bewerb in Berlin, wo Daniel sang und ich in der Jury saß. Nach einem Liederabend in Wien sind wir Tanzen gegangen und am Würstelstand gelandet, als die Vögel schon zu zwitschern begannen. Da wurde mir klar: Mit dem möchte ich leben. Wir hatten in Innsbruck eine fulminante Hochzeit! Und gegen die Kulisse der Nordkette kann meine märkische Heide nichts ausrichten.

Im Februar kam Ihr Kind zur Welt: Ist die Doppelbelastung anstrengend?

DASCH: Derzeit nein. Was will ein Kind in diesem Alter? Schlafen, trinken, es braucht Wärme und will von der Mama gehalten werden - später natürlich lieber im Zoo als auf der Probenbühne. Als Mama bin ich derzeit echt selig.

Im Sommer sind Sie in Bayreuth wieder die Elsa in "Lohengrin", im Herbst folgt in Berlin Ihre nächste Mozart-Partie in "La finta giardiniera". Ist das Umschalten schwer?

DASCH: Bis jetzt noch nicht, und ich bin sehr dankbar für dieses Kontrast-Programm. Nach "Madame Pompadour" werde ich mich sicher wieder auf diese hehren Geigenklänge in Bayreuth freuen und mich mit Vergnügen als Elsa im Staube wälzen.

INTERVIEW: LUIGI HEINRICH

Madame Pompadour von Leo Fall: Premiere heute, 19 Uhr, Volksoper Wien. Karten: Tel. (01) 513 1 513, volksoper.at


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