Weiteres Fürstengrab in Strettweg freigelegt

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Im steirischen Strettweg - der Fundstätte des hallstattzeitlichen Strettweger Kultwagens - sind weitere prähistorische Fürstengräber gefunden worden. In der aktuellen Grabungsperiode, die am Freitag abgeschlossen wird, wurde ein reich ausgestattetes Fürstengrab aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. freigelegt, wie die leitenden Archäologen, Georg und Susanne Tiefengraber, schilderten.
Bereits 1851 wurde in Strettweg der kulturhistorisch bedeutende "Strettweger Kultwagen" in einem damals freigelegten, reich ausgestatteten hallstattzeitlichen Fürstengrab gefunden. Das Meisterwerk eisenzeitlichen Kunsthandwerks wurde in der ersten Hälfte des 6. Jhdts. v. Chr. gefertigt und ist weltweit einzigartig. Unweit dieses Fundortes am Fuße des Falkenberges hat das Archäologenpaar im Vorjahr mit Hilfe von Bodenradar neben dem "alten" Fürstengrab weitere Gräber geortet, die unter riesigen Hügeln verborgen sind. Seit Mitte Mai waren die Archäologen, die schon seit mehreren Jahren immer wieder am Falkenberg gegraben hatten, damit beschäftigt, eines der Gräber genauer zu untersuchen.
Das Grab sei "in einem gänzlich unberaubten Zustand", das heißt in seinem ursprünglichem Umfang, aufgefunden worden, erklärte Georg Tiefengraber am Donnerstag im APA-Gespräch. "Die eigentliche Grabkammer ist rund acht mal acht Meter groß und war nur in wenigen Steinlagen erhalten. In ihr wurden drei Menschen - der Fürst, ein weiterer Mann und eine Frau - die allesamt verbrannt worden waren, in Bronzegefäßen bestattet." Die Toten wurden mit Keramiken, Waffen, Gürtel, eisernem Pferdegeschirr und Wagenbestandteilen sowie anderen Gegenständen beigesetzt. "Dem Fürsten wurde sein prunkvoller, ursprünglich goldglänzender Bronzehelm, der mit kleinen Bronzefiguren und roter Bemalung verziert war, mitgegeben. Ein vorzüglich erhaltenes, bronzenes Schwert, das noch fast 300 Jahre älter ist als die eigentliche Bestattung, diente dem Fürsten als Insignie der Macht", so Tiefengraber.
Die rund 100 Fundstücke werden in der Steiermark, aber auch im im römisch-germanischen Zentralmuseum in Mainz restauriert. Nach der wissenschaftlichen Untersuchung sollen sie im Stadtmuseum Judenburg ausgestellt werden. Die Arbeiten wurden durch den "Arbeitskreis Falkenberg" initiiert und von der Stadtgemeinde Judenburg und dem Bundesdenkmalamt finanziert. Im Herbst wollen die beiden Archäologen jenes Fürstengrab, in dem sich der Kultwagen befand, genauer unter die Lupe nehmen.














