Österreichs Filmförderung stagniert bei 70 Mio.
Der mit der goldenen Palme ausgezeichnete Film "Amour" des österreichischen Regisseurs Michael Haneke wurde in Österreich mit rund einer halben Million Euro gefördert, das sind 10 Prozent der gesamten Filmfinanzierung. Hanekes Filme seien mittlerweile zu groß für Österreich, sagte die stellvertretende Direktorin des Österreichischen Filminstituts (ÖFI), Iris Zappe-Heller, am Dienstag zur APA.
Mit jährlich rund 70 Mio. Euro werden österreichische Filme durch die verschiedenen Fördertöpfe finanziert. 2010 waren es 69,6 Mio. Euro, geht aus dem dem aktuellen Filmwirtschaftsbericht hervor. Der Bericht erscheint immer im Herbst des Folgejahres. Für 2011 schätzte Zappe-Heller eine ähnlich hohe Fördersumme. Nach dem Oscar-Triumph von Stefan Ruzowitzky wurde dem österreichischen Film eine Erhöhung der Förderung in Aussicht gestellt, die dann aber laut Zappe-Heller nicht zustande gekommen ist.
Vom Kulturministerium erhielten österreichische Filme vor zwei Jahren 16,5 Mio. Euro. Für 2011 gibt es noch kein Zahlen, laut dem Ministerium gab es eine "marginale Steigerung". 2007 förderte das Kulturministerium österreichische Filme erstmals mit einem zweistelligen Millionenbetrag. 2007 und 2008 waren es mehr als 12 Mio. Euro und 2009 wurden 15,5 Mio. Euro für österreichische Filme locker gemacht.
Parallel dazu gibt es seit 2010 eine Förderung von Wirtschaftsministerium, mit der Lücken aus anderen Förderstellen abgedeckt werden sollen. Der Filmstandort Austria (FISA) ist mit insgesamt 20 Mio. Euro dotiert. Bisher wurden 43 Spiel- und Dokumentarfilme mit 11,3 Mio. Euro unterstützt, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Das Programm läuft noch bis Mitte 2013, eine Verlängerung wird derzeit evaluiert.
Ein Blick ins Ausland zeigt, dass Filme als Kulturgut in anderen europäischen Ländern einen viel höheren Stellenwert haben. An erster Stelle wird dabei Frankreich genannt, Filme haben dort im Schnitt ein dreimal so hohes Budget als in Österreich. Frankreich schaffe es dadurch Schauspieler im Land zu halten, so Zappe-Helle. Spielmann ergänzte den Vergleich um Dänemark: Bei ähnlicher Filmlandschaft und Einwohnerzahl gebe es in Dänemark eine "weitaus höhere Filmförderung".















