AFC bremst in Sachen Oscar-Spekulationen

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Nach der zweiten Goldenen Palme für Michael Haneke in Folge haben unmittelbar nach den Filmfestspielen in Cannes bereits die Oscar-Spekulationen begonnen. Das Todesdrama "Amour" mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva und Isabelle Huppert hatte an der Croisette bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch Meldungen über einen möglichen Academy Award machten bereits die Runde.
"Im Moment ist das reine Spekulation und weit verfrüht", bremst diesbezüglich jedoch der Geschäftsführer der Austrian Film Commission (AFC), Martin Schweighofer, die Euphorie. "Man muss sich jetzt eher fragen, welche Konsequenzen das hier haben kann." Die Spekulationen gehören aber natürlich zum Geschäft, weiß der wichtigste Vertreter des österreichischen Films im Ausland.
Nach dem wichtigsten Fest für die Filmkunst beginnt jedenfalls langsam wieder das Rennen für den wichtigsten kommerziellen Filmpreis. "Bis Ende September müssen die Einreichungen bekanntgegeben werden", so Schweighofer zur APA, wobei es der Oscar-Akademie egal sei, aus welchem Land die Einreichung stamme. "Es muss den kreativen Input eines Landes geben, und der ist durch den Haneke sehr stark gegeben", wäre auch eine österreichische Einreichung des französischsprachigen Films möglich. "Aber jetzt ist mal Cannes, und jetzt ist die Palme."
In Österreich werde seit Jahren auf einem "unglaublich hohen europäischen Niveau" agiert, so Schweighofer. "Es muss halt irgendwann auch anerkannt werden, dass mit bescheidenen Mitteln außerordentliche Dinge ermöglicht werden. Und diese Anerkennung sollte sich auch irgendwie ausdrücken." Dass die österreichische Filmförderung in den vergangenen Jahren zwar aufgestockt wurde, aber bei weitem nicht linear mit den Erfolgen mitgewachsen ist, macht die Arbeitsbedingungen immer noch schwierig und Koproduktionen für größere Projekte notwendig.
Hanekes "Amour" wird im Herbst nicht nur in Europa, sondern auch in den USA in den Kinos starten. "Damit gibt es die Möglichkeit, dass er theoretisch auch für die regulären Oscars wählbar wäre", erklärte Schweighofer das Kriterium für weitere Nominierungen. Dass "Amour" für Österreich ins Oscar-Rennen geht, "ist nicht auszuschließen", formulierte Schweighofer diplomatisch. "Wichtiger ist aber, dass hier auch die nächsten Hanekes eine Chance haben."














