Olga Neuwirth zog sich von ihrer Oper zurück
MANNHEIM . Nur wenige Stunden vor der Uraufführung von "The Outcast" im Nationaltheater Mannheim gestern Abend übte Olga Neuwirth heftige Kritik am Vorgehen des Teams rund um Regisseur Michael Simon, was den Umgang mit ihrer Oper betrifft. Sie sowie die Librettisten Anna Mitgutsch und Barry Gifford seien mit ihren Einwänden "einfach missachtet" worden. Deshalb zog sich die 43-Jährige nach der Generalprobe von der Produktion zurück.
"Ich bin gegen die Missachtung und Entmachtung unseres Werkes. Stillschweigende Enteignung finde ich unmoralisch", sagte Neuwirth zur APA. Ihre Ideen seien von Simon, der am Grazer Schauspielhaus Elfriede Jelineks "Rechnitz (Der Würgeengel)" auf die Bühne gestellt hat, derart verdreht worden, dass "die Handlung und die Aussage des Dramaturgen und des Regisseurs so über unsere gestülpt wurden, bis sie ihrer geistigen Augenhöhe entsprachen". Das sei für sie "Falschmünzerei" und eine "reine Verachtung des Schöpferischen".
Entstanden ist "The Outcast" als Auftragswerk des Nationaltheaters, es beschäftigt sich mit Leben und Werk von Herman Melville, aus dessen Feder etwa "Moby Dick" stammt.
nationaltheater-mannheim.de APA















