Starke Bilder der Liebe
Mit "Dido and Aeneas/DnA - six images of love" glückt der Grazer Oper eine Kombination von Barockoper, zeitgenössischer Musik und Tanz.
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Ein mutiges Projekt: Darrel Toulons Tanzabend lässt Barockes auf Zeitgenössisches treffen. Im ersten Teil steht die Oper "Dido and Aeneas" von Henry Purcell (1659-1695) auf dem Programm, danach ist die Uraufführung von "DnA - six images of love" zu sehen, Auftragswerk der Grazer Oper an den renommierten deutschen Komponisten Christian Jost (48).
Nazanin Ezazi berührte als verzweifelte und wütende Dido, Ivan Oreanin als sensibler und kraftvoller Held Aeneas. Mit Margareta Klobuar, Ida Aldrian, Kristina Antonie Fehrs und Martin Fournier sind auch die Nebenrollen exzellent besetzt. Zur ungewohnten körpersprachlichen Herausforderung kam noch der Wechsel von Barockgesang in moderne Tonsprache. Auch das Grazer Philharmonische Orchester unter Johannes Fritzsch bewies darin seine Vielseitigkeit. Der wunderbar transparente, parlierende Purcell geriet ebenso lebendig wie die expressive, aufwühlende und pulsierende Bühnenmusik Josts. Wie gut Oper und Tanz zusammenpassen, belegten Choreografie und Inszenierung Darrel Toulons. Bei Purcell verdoppelten die Tänzer quasi die Figuren, waren Alter Ego und spiegelten deren Emotionen. Zu den Gedichten des amerikanischen Lyrikers E. E. Cummings (1894-1962), die Jost als Libretto für "DnA" gewählt hatte, zeigte das virtuose Tanzensemble starke Bilder von Beziehungskonstellationen, erzählte von Hingabe und Verweigerung, Unterwerfung und Dominanz.
Die Choreografie, die (fast) gleiche Orchestrierung, die selben Darsteller, Didos berühmte Schlussarie, die auch Jost einsetzt, und nicht zuletzt das wohltuend reduzierte, aber aussagekräftige Bühnenbild Alfred Peters wirkten jeglicher Beliebigkeit entgegen und ließen das Konträre zu einem stimmigen Gemeinsamen verschmelzen.

















