Maler in lichten Bergeshöhen
Die Künstlerstadt Gmünd frönt erneut der "Berglust". Diesmal mit beinahe vergessenen Malern wie dem Enthusiasten Gustav Jahn.

Foto © RainerHeroische Bergansicht von Gustav Jahn (1879-1919), der seine alpine Leidenschaft mit dem Leben bezahlte
Wenn die Leidenschaft für Gebirge mit der Kunst in ein Verhältnis tritt, wird aus Alpen Antlitz und Psyche einer Landschaft. Wie "Berglust" sich zu Bildern verdichtet, zeigt idealiter vor der mächtigen Kulisse des Tauernmassivs die Künstlerstadt Gmünd. Heuer in einer Fortsetzung des Vorjahres- Schwerpunktes mit wahren Spezialitäten, die zum Teil auch noch nie einem breiten Publikum präsentiert wurden oder fast (zu Unrecht) in Vergessenheit geraten sind. Und das bewirkt Augenlust.
Das Zentrum der Schau bilden Werke des aus Wien stammenden, zu seinen Lebezeiten berühmten Landschafts- und Genremalers Gustav Jahn (1879-1919). Der begeisterte Alpenmaler und Alpinist, der seinen Enthusiasmus beim Klettern in den Ennstaler Alpen mit dem Leben bezahlte, gestaltete Druckgrafiken für Plakate für den Fremdenverkehr und die k.k. Staatsbahnen, sowie Ansichtskarten, Dekorbilder und Anschauungsmittel für den Schulunterricht.
Kärntner Viehmarkt
Ein spektakulärer Höhepunkt seiner Künstlerkarriere war sein Auftrag, bei "Worlds Fair 1904 St. Louis" Österreich mit gewaltigen Bildern in den USA vorzustellen. Eine Herausforderung, welcher der Jugendstilmaler grandios beikam. Die Gemälde zur Weltausstellung, darunter ein Kärntner Viehmarkt, übersiedelten in den Wiener Westbahnhof, wo ein Bombenangriff sie vernichtete. Gmünd präsentiert Jahn mit meisterlichen Arbeiten als Wiederentdeckung eines fast Verschollenen. Eine besondere Nische der österreichischen Kunstgeschichte.
Parallel dazu gibt es über 30 Aquarelle von Werner Berg, nebst einigen Zeichnungen, die zwischen 1927 und 1930 entstanden. Es sind farbfrische Studien, die der damals junge Student der Bildenden Künste bei Sommeraufenthalten in den hohen Tauern verfertigte. Die Werkauswahl, erstmalig veröffentlicht, dokumentiert Werner Bergs künstlerische Anfänge.
Das oberste Stockwerk des Gmündner Turmes gehört Zeitgenossen: Gerlinde Thuma, Linda Thalmann, Lisa Huber, Klementina Golija, Gregor Sailer, Gerald Brettschuh, Armin Guerino sind mit Fotos, Scherenschnitte und Malereien vertreten. Berglust II. Stadtturmgalerie. Gmünd. Tägl. 10-13/14.30-18 Uhr. Bis 30. Sept.















