Meister menschlicher Kontinentalforschung
"Wir leben in einer nur scheinbar entdeckten Welt", schreibt Gerhard Roth. Diese Erkenntnis öffnet nicht nur den Zugang zu all seinen Romanen, die auch als forensische Untersuchungen der Gegenwart und Entdeckungsreisen durch menschliche Kontinente sind. Seine grandiose Fähigkeit, das Verborgene hinter dem oft nur trügerisch Sichtbaren aufzuspüren, beweist er auch mit der Sammlung von Menschenportraits, die im Lauf von drei Jahrzehnten entstanden sind.
Exzentriker, Geheimnisträger, geniale Persönlichkeiten, Dichter und Denker, die auch ihn prägten, schart er ebenso um sich wie mörderische Randexistenzen. Gerhard Roth führt mit faszinierendem Blick für Details in ein Spiegelkabinett, wissend, dass sich dahinter zahllose weitere Spiegel befinden. So vergräbt er sich nicht nur in das "Bombenhirn Franz Fuchs", er rückt Max Frisch oder Thomas Bernhard in ein neues Licht und würdigt natürlich den Fußballprofessor Ivan Osim. Insgesamt 16 Portraits sind es, 16 Neu-Entdeckungen auch. WERNER KRAUSE














