Uni Wien: Sonderführungen zu "Fakultätsbildern"
Anlässlich des Klimt-Jahrs rund um den 150. Geburtstag des Malers Gustav Klimt am 14. Juli bietet die Uni Wien Sonderführungen zu Klimts "Fakultätsbildern" an, die um 1900 für einen Kunstskandal sorgten. Da die beauftragten Deckengemälde des Großen Festsaals nie dort angebracht wurden und 1945 in den letzten Kriegstagen verbrannten, sind nur Reproduktionen der umstrittenen Bilder zu besichtigen.
Die erste Führung findet am Samstag, 9. Juni, um 13.30 Uhr im Hauptgebäude der Universität Wien statt. Bis 11. August werden fünf weitere Termine angeboten.
Im Rahmen der Klimt-Sonderführungen werden sowohl die Entstehungsgeschichte der "Fakultätsbilder" erläutert als auch die intensiven Diskussionen und Erregungen, die diese auslösten. Nach dem Entwurf von Heinrich von Ferstel aus dem Jahr 1883 waren im Großen Festsaal der Universität Wien von Beginn an Deckengemälde vorgesehen: Der "Triumph des Lichtes über die Finsternis" als Mittelgemälde, umgeben von den Fakultäten Theologie, Philosophie, Medizin und Jurisprudenz. Auftragsgemäß sollte Gustav Klimt die Bilder "Medizin", "Jurisprudenz" und "Philosophie" sowie zehn Zwickelbilder und Franz Matsch das Mittelgemälde, das Bild "Theologie" sowie sechs Zwickelbilder fertigen.
Klimts "Fakultätsbilder" sorgten bereits im Entwurfsstadium für heftige Diskussionen mit seinen Auftraggebern, die u.a. durch explizite Nacktheit, verwirrende Komposition und düstere Ausführung den Fakultäten nicht im gewünschten Ausmaß gehuldigt sahen. Nach ihrer Fertigstellung und öffentlichen Ausstellung wurde die Zustimmung zur Anbringung der Bilder verweigert. 1905 trat Klimt vom Auftrag zurück und kaufte schließlich auch die Bilder vom Ministerium zurück. 1945 verbrannten die von den Nationalsozialisten enteigneten Bilder mit zahlreichen anderen Kunstwerken im niederösterreichischen Schloss Immendorf.















