Kämpferisch, zornig und hoch musikalisch
Billy Bragg feiert Woody Guthries 100. Geburtstag.

Foto © AP/GERBER Billy Bragg packt in Graz seine Gitarre aus
GRAZ. Mit einem Mini-Album war er 1983 plötzlich da. Nicht mehr als 2,99 Pfund sollten für die sieben Songs verlangt werden, verkündete ein Aufdruck auf dem Cover von "Life's A Riot With Spy Vs Spy". Für das nachfolgende ausgewachsene Werk "Brewing Up With Billy Bragg" (1984) war das Preislimit bei 3,99 Pfund eingezogen. Auf "Workers Playtime" (1988) konnte man "Capitalism Is Killing Music" lesen.
Erfreulicherweise ein Irrtum. 29 Jahre und zwei Dutzend Alben später ist der 1957 geborene Londoner ein Monument des kritischen Lieds, ein äußerst bewegliches, produktives. Ein Singersongwriter, der weiterhin den Blick auf das Leben jenseits jenes der Reichen und Schönen richtet. Zornig, witzig, hochmusikalisch. Das Kapital ist nach wie vor Inspirationsquelle.
Vor einer ausgedehnten US-UK-Tour ist Bragg in Festlandeuropa unterwegs. Soeben erschienen: die kompletten "Mermaid Avenue"-Sessions. Mit der amerikanischen Band Wilco hatte Bragg Texte seines Vorbilds Woody Guthrie vertont. Der Mann, auf dessen Gitarre "This Machine Kills Fascists" zu lesen war, wäre übrigens am 14. Juli 100. WALTER TITZ
Billy Bragg live: 31. Mai, 20 Uhr, Volkshaus Graz. Karten: Tel. (0 31 6) 71 29 59, (0 31 6) 83 02 55.
CD-Tipp: Billy Bragg & Wilco "Mermaid Avenue Complete Sessions" (3 CDs, 1 DVD).
www.billybragg.co.uk














