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    Zuletzt aktualisiert: 24.05.2012 um 20:41 UhrKommentare

    Meilensteine eines Suppenkaspars

    Vor 25 Jahren starb Andy Warhol, der schillerndste Vertreter der amerikanischen Pop Art. Die Stadtgalerie Klagenfurt zeigt rund 90 seiner Arbeiten auf Papier sowie seltene Fotografien.

    Marilyn Monroe Bilder sind in der Stadtgalerie natürlich auch vertreten

    Foto © APAMarilyn Monroe Bilder sind in der Stadtgalerie natürlich auch vertreten

    I am a deeply superficial person", lautet ein Warhol-Zitat auf einer der Wände der Klagenfurter Stadtgalerie. Seine tief empfundene Oberflächlichkeit hat den Sohn armer ruthenischer Einwanderer zu einem der gefeiertsten Künstler seiner Zeit gemacht. Dabei bestand seine Kunst vor allem darin, Dinge zu tun, die er zuvor als gelernter Werbe- und Grafikdesigner weitgehend erfolglos versuchte: nämlich Alltägliches aus der Konsum- und Warenwelt prominent in Szene zu setzen.

    Zum Beispiel Konservendosen der Campbell Soup Company. Andrew Warhola, so sein ursprünglicher Name, hat sie tausendfach reproduziert und zu Ikonen der Pop Art gemacht gemacht. Nicht nur die beliebte Tomatencremesuppe, sondern auch die restlichen 31 Geschmacksrichtungen der Firma, inklusive "Chicken", "Cheddar Cheese" oder "Old Fashioned Vegetable".

    Mit seiner Serie "Campbell's Soup Cans" hatte Warhol 1962 in Los Angeles seine erste Einzelausstellung. Nur zwei Käufer, darunter der Schauspieler Dennis Hopper, griffen damals zu. Heute erzielen einzelne Werke des "Suppenkaspar" auf Auktionen 30 Millionen Dollar und mehr.

    In der Klagenfurter Stadtgalerie sind die roten Blechdosen wie in einem Supermarkt fein säuberlich nebeneinander gereiht. Gleich in der Nähe hängen verschiedenfarbige Ansichten von Marilyn Monroe, die Warhol einem Standbild aus dem Film "Niagara" entnahm. Mit den Porträts der Filmdiva schaffte der blasse Mann mit der platinblonden Perücke seinen eigentlichen Durchbruch als Künstler.

    Weniger Bekanntes

    "Wir wollten aber nicht nur berühmte Werke wie diese zeigen, sondern auch Warhols weniger bekannte Seiten", erläutert Galeriechefin Beatrix Obernosterer den Inhalt der Schau und verweist dabei auf Serien wie "Ladies & Gentlemen", "Cowboys & Indians" oder auf Plattencover für Velvet Underground und die Rolling Stones, allesamt Leihgaben der Wiener Infeld-Stiftung. Ebenfalls selten gesehen: eine Serie mit abstrakten militärischen Tarnmustern, die Warhol ins Liebliche verfremdete (Bild).

    Der Fokus der großteils aus einer slowakischen Privatsammlung (Zoya Museum) rekrutierten Ausstellung liegt auf Druckgrafik. Nur drei Porträtzeichnungen (Michael Jackson etc.) können als Unikate bezeichnet werden und sind mit einem Versicherungswert von rund 70.000 Euro auch für Klagenfurt leistbar.

    30 Fotografien, die Warhol und seinen New Yorker Freundeskreis bei Partys oder beim Arbeiten in der "Factory" vor Augen führen, ergänzen die Meilensteine der Pop Art. Bemerkenswert: ein Foto, das den mit 58 Jahren früh verstorbenen Künstler an der Seite seiner Kollegen Tom Wesselmann, Roy Lichtenstein, James Rosenquist und Claes Oldenburg zeigt.

    Geschmacksfrage

    Im Museumsshop kann Campbell´s Suppendose übrigens im Original bewundert werden. Das Design (siehe Bild) hat sich dank Warhols unbezahlbarer Werbung bis heute nicht verändert. Ob die Suppe besser mundet als ihre künstlerische Nachahmung muss jeder für sich entscheiden. Laut Obernosterer gibt es sie auch in heimischen Supermärkten zu kaufen.

    ERWIN HIRTENFELDER

    Über die Schau

    "Andy Warhol - Gesehen werden ist alles", von 25. Mai bis 9. September in der Stadtgalerie Klagenfurt, Theatergasse 4.

    Öffnungszeiten: Täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr, im Juli und August donnerstags bis 21.00 Uhr.

    Eintritt für Erwachsene: 5

    Infos: (0463) 537-5545; www.stadtgalerie.net

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