Ein mitreißender Abend bei der Mozartgemeinde
Sie nennen sich Amaryllis Quartett. Zu recht, denn sie sind in der Lage, ihre Streichinstrumente wie diese wunderbar farbige Blume aufblühen zu lassen. Und sie können auch mit hinreißender Lebendigkeit musizieren, mit genau jenem Schwung, den das volkstümliche "Reiterquartett" von Joseph Haydn in seinen Ecksätzen braucht.
Beim letzten Saisonkonzert der Mozartgemeinde im Konzerthaus Klagenfurt war bei dem jungen und vielfach preisgekrönten Quartett alles in Bewegung. Und immer war eine geschliffene Eleganz zu verspüren. Gustav Frielinghaus (1. Violine), Lena Wirth (2. Violine), Lena Eckels (Viola) und Yves Sandoz (Violoncello) besitzen alle eine enorme Virtuosität.
Ganz besonders setzen sie sich für die Musik des nahezu vergessenen Bartók-Schüler Géza Frid ein, die sie schon auf einer CD verewigt haben. Das erste Streichquartett des Ungarn ist ein raffiniert komponiertes Stück mit erstaunlicher Klangfülle und großem Farbenreichtum. Dieser und die mitreißende Rhythmik wurde ungemein lebendig musiziert.
Zum Finale leuchtete schließlich das vom Geist des Impressionismus durchzogene Streichquartett in F-Dur auf, 1904 mit sensationellem Erfolg uraufgeführt. Da erklangen Partien von unglaublicher Zartheit. An manchen Stellen schien der Klang alle materialen Voraussetzungen verloren zu haben. Großer Jubel auch für die Zugabe im Mozartsaal für ein Konzert, das sich mehr Zuhörer verdient hätte.















