Musik-Festival holt Zwentendorf aus dem Dornröschenschlaf
Für gewöhnlich altert das nie in Betrieb gegangene AKW-Zwentendorf still und leise vor sich hin. Doch nicht so am kommenden Wochenende, denn Global 2000 ruft am Pfingstwochenende das "Tomorrow"-Festival aus. Unter anderem mit dabei: Bauchklang, die Leningrad Cowbowys, Culcha Candela und die Sofa Surfers.

Foto © APADas Atomkraftwerk Zwentendorf als Kulisse für das "Tomorrow"-Festival
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 veranstaltet am 25. und 26. Mai auf dem Gelände des nie in Betrieb genommenen Atomkraftwerks Zwentendorf das "Tomorrow"-Festival, an dem über 80 internationale Künstler teilnehmen, darunter Culcha Candela, Chase & Status live, die Sofa Surfers und die Leningrad Cowboys. Das Event signalisiert zugleich den Startschuss zum europäischen Atomausstieg-Volksbegehren.
"Ökologisch und atomstromfrei"
"Atomenergie ist die gefährlichste Art, Wasser zu kochen", meinte Festivalorganisator Martin Aschauer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Vom Mehrwegbecher zum vegetarischen und veganen Buffet, von der Gratisanreise per Bahn und Shuttle - auch Sonderzüge in der Nacht sind vorgesehen - bis zur Stromversorgung per Photovoltaik steht das gesamte Festival unter dem Motto "ökologisch und atomstromfrei". Mit 5.000 Besuchern wären die Festivalorganisatoren "sehr zufrieden", doch "wir schaffen auch mehr", so Aschauer.
Von Indie bis Dubstep
Drei Bühnen werden am Pfingstwochenende mit Musik von Indie über Rock bis Techno und Dubstep beschallt. Musiker aus acht Nationen nehmen daran teil. Erstmals in der Geschichte Zwentendorfs als Festivallocation befindet sich ein Floor direkt im Atomkraftwerk. Workshops, Podiumsdiskussionen, Kraftwerksführungen und ein Energy Camp bilden das Rahmenprogramm. Weitere künstlerische Beitrage liefern u.a. Installationen von Studierenden der FH St. Pölten, Projektionen, satirische Filme, Videoprojekte sowie abstrakte und animierte Arbeiten zu Umweltthemen.
"Wir wollen mit unseren europäischen Partnerorganisationen über eine Million Unterschriften für einen Atomausstieg sammeln", erklärte Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000. Zu den heimischen Unterstützern zählen mittlerweile u.a. die SPÖ, die Grünen und die EVN. Ein Jahr lang wird die Initiative EU-weit laufen.














