Bildhauerisches Hand-Fuss-Werk
Direkt archaisch: Erwin Wurms neue Skulpturen.
HERBERSTEIN. Sieht aus wie frischer Ton. Feucht schimmernd, mit Spuren deutlicher Kraftanwendung. Dazwischen gestreut kleinere Formen aus dem nämlichen Material. Wie beiläufig verbogen, verdreht.
"Hit me, hit me" bzw. "Schlagen und Treten" nennt Erwin Wurm seine neuen Arbeiten. Und beschreibt die Arbeitsweise, welche obgenannte Folgen hat. Wurm, Schöpfer weltweit beachteter One-Minute-Sculptures, fetter Autos und dünner Häuser, setzt (Kraft)Akte, mit welchen er den Begriff Bildhauer wörtlich nimmt.
Wer (vorsichtig) am tönernen Körper klopft, wird überrascht - der vermeintliche Erdblock ist ein bemalter Bronzeguss desselben. "Anders", so der Künstler, "hätte ich den ursprünglichen Eindruck nicht erhalten können." Womit "Schlagen und Treten" auch ein schönes Beispiel für Kunst als Konservierungsmittel ist. WALTER TITZ
Erwin Wurm. Bis 16. Juni. Gironcoli Museum Herberstein. www.gironcoli-museum.com














